Salzburger Nachrichten

Inhalt abgleichen Salzburger Nachrichten RSS Feed
Die aktuellsten Nachrichten von salzburg.com
Aktualisiert: vor 40 Minuten 51 Sekunden

10. Juli: Der Tag in Bildern

Do, 10/07/2014 - 05:35

(Von Sn.) @import "http://cdn.salzburg.com/wp-content/plugins/prettyphoto-media/css/prettyPhoto.css?ver=3.1.4";Diashow ansehen | 86 BilderDie Bilder des Tages

(Bild: Der vierte Tag der Stierhatz in Pamplona zog wieder Tausende Zuschauer an – und das trotz anhaltender Kritik. Bild: SN/APA/EPA/JAVIER LIZON)

Kategorien: News

WM 2014: Argentinien schafft Sprung ins Finale

Do, 10/07/2014 - 05:35

(Von Apa.) Argentiniens Torhüter Sergio Romero parierte in der Entscheidung die Elfer von Ron Vlaar und Wesley Sneijder, während bei den Südamerikanern um ihren Superstar Lionel Messi alle Schützen trafen. Für das Elferschießen hatte sich Bondscoach Louis van Gaal keine Auswechslung aufgehoben. Den Schachzug mit Tim Krul konnte er nach bereits drei getätigten Wechseln nicht mehr bringen.

Die Niederlande, vor vier Jahren in Südafrika noch im Finale, bestreiten am Samstag das Spiel um Platz drei in Brasilia gegen Brasilien. Für Argentinien ergibt sich die Chance zur Revanche für Italien 1990. Damals siegte Deutschland mit 1:0.

Wer holt den WM-Titel?

Nach dem deutschen Torfestival gegen den Gastgeber am Tag zuvor bot die Partie in der Arena Corinthians deutlich weniger Spektakel. Nach einer Schweigeminute für den Montag verstorbenen Alfredo di Stefano griffen die taktischen Systeme schnell. Fehler sollten tunlichst vermieden werden, bedachtes Aufbauspiel stand auf dem Programm. Die Offensivstars Arjen Robben und Robin van Persie auf der einen sowie Messi und Gonzalo Higuain auf der anderen Seite kamen kaum ins Spiel.

Bei den Niederländern kehrte Mittelfeldmann Nigel de Jong eineinhalb Wochen nach seiner Leistenverletzung überraschend in die Start-Elf zurück. "Der Geist ist stärker als der Körper", sagte Van Gaal vor der Partie, die das 750. Länderspiel in der niederländischen Fußball-Geschichte bedeutete. Der als Raubein bekannte De Jong war bis zu seiner Auswechslung nach einer Stunde vorrangig damit beschäftigt, die Kreise von Messi einzuengen.

Im Vergleich zum Viertelfinale gegen Costa Rica saß bei den Niederlanden Memphis Depay stattdessen auf der Bank. Abwehrchef Ron Vlaar lief wie der vor dem Spiel ebenso fragliche Kapitän Van Persie ein. Bei Argentinien vertrat Enzo Perez den verletzten Angel di Maria, mit dabei war wieder der gegen Belgien gesperrte Außenverteidiger Marcos Rojo.

Höhepunkt der ersten Spielhälfte war bezeichnenderweise eine Standardsituation. Ein Freistoß von Messi aus guter Position landete in den Händen von Oranje-Keeper Jasper Cillessen (15.). Es war einer von nur vier Schüssen in Richtung gegnerisches Gehäuse in den ersten 45 Minuten von beiden Seiten.

Größere Probleme als der auf Schritt und Tritt bewachte Superstar des FC Barcelona machte den Niederländern der quirlige Ezequiel Lavezzi. Eine Hereingabe des Flügelstürmers konnte der umsichtige Vlaar noch vor dem einschussbereiten Higuain klären (36.). Aufseiten der Niederländer kam der bisher überragende Robben auf gezählte sechs Ballkontakte in Hälfte eins.

Van Gaal holte zur Pause den schon verwarnten Bruno Martins Indi vom Feld. Bei einsetzendem Regen wurde das Niveau des Spiels nicht besser, selbst Freistöße gingen ins Leere. Argentiniens Fans riss es einmal von den Sitzen. Ein vermeintlicher Treffer von Higuain war jedoch nur ein Schuss ins Außennetz, der Napoli-Stürmer darüber hinaus im Abseits (75.). Robben hätte in der Nachspielzeit dann fast die Entscheidung herbeigeführt. Nach schönem Doppelpass mit Wesley Sneijder war Javier Mascherano gerade noch mit der Fußspitze zur Stelle.

Zum zweiten Mal in der WM-Geschichte nach Deutschland gegen Italien 2006 ging es in einem Halbfinale beim Stand von 0:0 in die Verlängerung. Bei beiden Seiten standen mit Sergio Aguero (für Higuain) und Klaas-Jan Huntelaar (für Van Persie) neue Offensivstars am Feld, am Charakter der Partie änderte dies nichts. Argentinien kam noch einmal gefährlich vor das Tor, ein Kopfball des ebenfalls eingetauschten Rodrigo Palacio fiel aber viel zu schwach aus (115.). Nach 120 Minuten taktischem Geplänkel ging es ins Elferschießen.

(Bild: Lionel Messi und Kollegen stehen im Finale. Bild: SN/AP)

Kategorien: News

Taifun "Neoguri" tobt über Japan

Do, 10/07/2014 - 05:35

(Von Apa/dpa.) In Tausenden Haushalten auf den beiden Hauptinseln Kyushu und Shikoku fiel der Strom aus. Hunderttausende waren aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen.

Der Taifun hat sich zwar inzwischen deutlich abgeschwächt, doch warnten die Behörden weiter vor heftigem Regen und der Gefahr von Erdrutschen. Der Verkehr in der betroffenen Region wurde beeinträchtigt. Rund 200 Flüge wurden gestrichen. Auch Bus- und Zugverbindungen waren zeitweise unterbrochen. In der Provinz Nagano wurde am Vortag das Haus einer vierköpfigen Familie von einem Erdrutsch getroffen, der zwölfjährige Sohn kam dabei ums Leben. In der nordöstlichen Provinz Fukushima ertrank ein Mann in einem Fluss. In der Provinz Ehime auf Shikoku stürzte ein Mann in einen Straßengraben und starb.

Die Behörden warnten auch die Bewohner in anderen Teilen des Inselreiches vor starken Regenfällen und Erdrutschen. "Neoguri", koreanisch für "Waschbär", hat inzwischen Kyushu wieder verlassen und bewegt sich mit nur 30 Kilometern in der Stunde über dem Meer weiter in östliche Richtung. Die Windgeschwindigkeiten verringerten sich von anfangs mehr als 250 auf inzwischen gut 100 Kilometer in der Stunde.

(Bild: Der Taifun fegt über den Südwesten Japans. Bild: SN/APA (epa)/YNA)

Kategorien: News

"Electric Love": Salzburger komponiert Festival-Hymne

Do, 10/07/2014 - 05:16

(Von Leonie Schindlmeier.) Über nun fast ein Jahrzehnt arbeitet sich der Salzburger DJ langsam aber sicher nach oben. An der FH-Urstein studierte er bis 2013 Multimedia-Arts mit dem Schwerpunkt Audio. Doch schon in dieser Zeit machte er sich in Österreich durch seine regelmäßigen Auftritte in Salzburg und Wien so bekannt, dass er spätestens nach seinem Auftritt vor 15.000 Zuschauern am Donauinselfest 2012 aus der österreichischen DJ-Scene nicht mehr weg zu denken ist. Das Auflegen allein reicht Felice aber nicht. Seit Jahren produziert er eigene Songs. "Ich verbringe am Tag zwischen acht und 14 Stunden in meinem Studio in Salzburg. Die letzten fünf Monate habe ich intensiv der neuen Electric Love Hymne gewidmet." Eröffnungssong "The Moment" Der Song heißt "The Moment" und wird zum ersten Mal um Mitternacht als Eröffnungssong vor erwarteten 40.000 Besuchern performt. "Der Auftritt wird gigantisch. Es gibt ein Feuerwerk und die Hymne wird von dem 20-köpfigen Salzburger Symphonie Orchester begleitet", erzählt Felice. Trotz der Ehre, schon zum zweiten Mal Resident DJ auf dem "Electric Love Festival" zu sein, bleibt Felice am Boden und räumt ehrlich ein, dass das große Geld noch auf sich warten lässt. "Das Musik-Business ist hart." Auch professionelle Organisation ist wichtig. So kümmert sich Felice um alle administrativen Dinge rund ums Produzieren und Auflegen und beim Rest hilft ihm sein langjähriger Freund und Manager Manuel Raifenauer, einer der Mitgründer von Revolution Events, die Veranstalter von Electric Love.100.000 Besucher am Salzburgring erwartet Revolution Events erlebt in diesen Tagen eine große Bewährungsprobe. Electric Love findet zwar erst zum zweiten Mal am Salzburgring statt, ist heuer aber schon restlos ausverkauft. 100.000 Besucher werden an den drei Festivaltagen (Donnerstag bis Samstag) erwartet. Schon am Mittwoch herrschte emsiges Treiben am Gelände. Viele Besucher reisten vorzeitig an, um sich gute Plätze in den Zeltstädten zu ergattern. Die ausgelassene Festivalstimmung konnte auch das regnerische Wetter nicht trüben. Doch die Wetterprognose sagt ohnehin Besserung voraus.

(Bild: Wolfram Felice in Aktion ...  Bild: SN/sn)

Kategorien: News

Festspiele: Start mit Sufi-Ritualen und "Jedermann"

Do, 10/07/2014 - 03:55

(Von Apa.) Die "Ouverture spirituelle" ist eine der wenigen Erfindungen von Alexander Pereira, die dessen Zeit als Intendant der Salzburger Festspiele überleben werden. Im Gegensatz zum Festspielball und vor allem der puren Menge an Konzertangeboten, werden auch Pereiras Nachfolger die Auftaktwoche mit geistlicher Musik beibehalten. Nach dem Christentum 2012 und dem Buddhismus 2013 geht es 2014 um den Islam.

Natürlich fehlen auch heuer die zentralen Werke europäischer Sakralmusik nicht im jährlich wachsenden Programmangebot der Ouverture spirituelle. Eröffnet wird diese Reihe (und damit im Prinzip auch die Salzburger Festspiele selbst, obwohl die offizielle Eröffnung erst eine Woche später angesetzt ist, Anm.) am 18. Juli mit "Die Schöpfung" von Joseph Haydn, diesmal mit Bernhard Haitink am Pult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

Es folgen Mozarts "Krönungsmesse", die "c-Moll-Messe" und die "Spatzenmesse". Von Bruckner wird das "Te Deum" und von Reger das "Requiem" gegeben. Händel wird in der Ouverture spirituelle mit "Israel in Egypt" und "Dixit Dominus" vertreten sein, und Sakralwerke von Monteverdi, Michael Haydn und Rameau werden ebenfalls aufgeführt.

Von den Programmverantwortlichen ein wenig an den Haaren herbeigezogen scheint der spirituelle Aspekt von Bachs "Das wohltemperierte Klavier". Und die drei letzten Mozart-Symphonien in der "Ouverture spirituelle" weisen wohl eher auf Terminknappheit oder auf die langjährige Verbindung zwischen Intendant Pereira und Nikolaus Harnoncourt hin, der diese symphonischen Schlüsselwerke diesmal mit dem Concentus Musicus präsentieren wird.

Zentrale Programmidee aber ist die Musik des Islam. Der in Kairo beheimatete Orden Al-Gazoulia habe sich, so die Festspiele, aus Begeisterung spontan bereit erklärt, in Salzburg erstmals in einem öffentlichen Raum ein Ritual auszuüben. Die Brücke vom Sufi-Orden zum Westen wird dann wenige Tage später von Geiger Frank Stadler gebaut, der die für Sufi-Musik typischen Improvisationen in winzigen Tonsprüngen (Takassim) mit Bachs d-Moll-Partita in Verbindung bringen wird. Der in Salzburg lebende, ägyptische Komponist Hossam Mahmoud hat im Auftrag der Festspiele "Seelenfäden" für Sufi-Chor und Ensemble komponiert, und auch "Al-Hallag" von Samir Odeh-Tamini ist eine Uraufführung im Auftrag der Festspiele.

Darüber ist das traditionsreichste und zentralste Werk der Salzburger Festspielgeschichte Teil der Ouverture spirituelle geworden. Die Premiere des "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal in der zweiten Spielzeit der Inszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes mit Cornelius Obonya in der Hauptrolle geht am 19. Juli auf dem Domplatz (bei Schlechtwetter im Großen Festspielhaus) über die Bühne. Und damit sind die Salzburger Festspiele 2014 - Eröffnungsrede und Ansprachen der Polit-Prominenz eine Woche später hin oder her - zwar nicht offiziell, aber de facto eröffnet.

(Bild: Letzte Festspiel-Saison für Alexander Pereira. Bild: SN/EPA)

Kategorien: News

68 Tote seit Beginn israelischer Offensive in Gaza

Do, 10/07/2014 - 03:55

(Von Apa/dpa/ag..) Mehr als 400 seien verletzt worden, sagte der Ministeriumssprecher. Etwa zwei Drittel davon seien Zivilisten. Der UNO-Sicherheitsrat berät am Donnerstag über den Nahostkonflikt.

In der Nacht auf Donnerstag seien sieben Zivilisten bei einem israelischen Luftangriff auf Khan Junis im südlichen Gazastreifen ums Leben gekommen, berichteten Sanitäter und Sicherheitskräfte. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge, kam das siebente Opfer laut Rettungskräften bei einem Luftschlag in Nusseirat im Zentrum des Palästinensergebiets ums Leben. Die Hamas sprach insgesamt von zehn Toten.

Radikale Palästinensergruppen feuerten auch in der Nacht auf Donnerstag in dichter Abfolge Raketen auf Israel. Erneut wurden auch Langstreckenraketen eingesetzt, die tief im israelischen Kernland einschlugen und Zehntausende Menschen in Luftschutzkeller zwangen. Berichte über tote oder verletzte Israelis gab es nicht.

Die extremistischen Al-Qassam-Brigaden erklärten, sie hätten in den vergangenen 48 Stunden 279 Raketen auf Israel abgefeuert. Andere militante Gruppen hätten mehr als 100 Raketen gestartet. Israelische Kampfflugzeuge hätten in den zwei Tagen der Offensive mehr als 75 Häuser in dem Gebiet an Mittelmeer bombardiert.

Das israelische Militär erklärte nach einem Bericht der Zeitung "Times of Israel", es seien bisher in eineinhalb Tagen mehr Ziele getroffen worden, als während der achttägigen Offensive gegen den Gazastreifen im November 2012. Bis Mittwochnachmittag seien 400 Tonnen Sprengstoff gegen den Gazastreifen eingesetzt worden.

Ein israelischer Militärsprecher sagte nach Angaben des Onlineportals "Ynet", die Streitkräfte hätten noch Tausende potenzielle Angriffsobjekte mehr im Gazastreifen. "Wenn wir handeln müssen, werden wir nicht zögern", sagte Brigadegeneral Moti Almoz demnach am Mittwochabend. Wie die Zeitung "Jerusalem Post" in der Nacht auf Donnerstag online berichtete, seien seit Beginn der Militäroperation mehr als 500 Ziele attackiert worden.

(Bild: Israelische Luftangriffe auf Gaza-Stadt. Bild: SN/APA (epa)/Mohammed Saber)

Kategorien: News

Baumafia-Netz: Wie die Betrüger vorgingen

Do, 10/07/2014 - 03:50

(Von Apa.) "Scheinrechnungen, Scheinfirmen und Tausende Personen, die zum Schein bei der Krankenkasse angemeldet wurden. Teilweise arbeiteten sie schwarz, teilweise wurden sie nur angemeldet, um Leistungen aus dem heimischen Gesundheits- und Sozialsystem zu bekommen: Nach langwierigen Ermittlungen wurde ein österreichweites Baumafia-Netz aufgedeckt. "Ein Paradefall für organisierte Abgabenkriminalität", nennt es Finanzministerium-Sektionschef Hans-Georg Kramer. Die Ermittlungen starteten 2012 auch wegen eines Drogendeliktes.

Kommissar Zufall habe aber keine Rolle gespielt, ein internes Frühwarnsystem habe unter anderem wegen einer extrem hohen Zahl von (Schein-)Anmeldungen Alarm geschlagen, hieß es am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Aufgedeckt haben die Causa die Finanzpolizei und das Landeskriminalamt (LKA) Wien. Mit den Scheinanmeldungen dürften teils auch Aufenthaltstitel erschlichen worden sein. Durch verhältnismäßig hohe Anmeldungen über KV - das fiel den Ermittlern ebenso auf - wurde auch ein erhöhtes Arbeitslosengeld erschlichen. Rund 25 Prozent der Dienstnehmer waren nie arbeitend tätig.

Die Arbeiterkammer fordert nun, Gesetze zur Bekämpfung von Schwarzarbeit sowie Lohn- und Sozialdumping nachzuschärfen. Die Bauinnung der Wirtschaftskammer begrüßte indes das rigorose Vorgehen gegen Schwindelfirmen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sieht den Beweis, "dass Kontrollen wirken".

Wie die Scheinfirmen operierten BETRUGSMUSTER 1 - SCHEINANMELDUNGEN DURCH SCHEINFIRMENDer Haupttäter meldet auf eine seiner Scheinfirmen Dienstnehmer an bzw. lagert diese auf eine Scheinfirma aus. Der tatsächliche Beschäftiger des Dienstnehmers zahlt an den Haupttäter einen Tagessatz von sieben Euro pro angemeldetem Tag. Am Monatsende rechnet der Beschäftiger mit dem Buchhalter ab. Bei Nichtzahlung wurde der Dienstnehmer rückwirkend mit Monatsanfang abgemeldet. Der Dienstnehmer wurde vom tatsächlichen Beschäftiger "schwarz" ausbezahlt. BETRUGSMUSTER 2 - SCHEINANMELDUNGEN DURCH SCHEINDIENSTNEHMER"Läufer" verkaufen GKK-Anmeldungen in mehreren Wiener Lokalen an Interessierte, also quasi an "Scheindienstnehmer". Je nach erwünschtem Entgelt kosten diese Anmeldungen zwischen 300 und 500 Euro pro Monat. Die Anmeldung dient als Einkommensnachweis und zur Nutzung von E-Card - Lieferung per Post. Rund 25 Prozent dieser "Scheindienstnehmer" sind laut Ermittlern nie tatsächlich tätig gewesen. BETRUGSMUSTER 3 - SCHEINRECHNUNGEN Variante A: Eine Scheinfirma erledigt Bauarbeiten und liefert Rechnung für steuerliche Zwecke.
Variante B: Fremde Schwarzarbeit wird als Betriebsausgabe geltend gemacht.
Variante C: Handel mit Scheinrechnung dient rein der Steuerhinterziehung.
Allen Varianten gemein: Bei allen Scheinrechnungen kam es zu einer Überweisung und einer folgenden Kickbackzahlung zwischen zehn und dreißig Prozent der Rechnungssumme.
Zahlte der ungerechtfertigt Angemeldete zu Monatsende nicht, so wurde er rückwirkend mit Monatsanfang abgemeldet - vom tatsächlichen Beschäftiger wurden die Dienstnehmer "schwarz" ausgezahlt, sie genossen aber Sozial- und Transferleistungen und das sogar in besonderem Ausmaß, da meist über Kollektivvertrag angemeldet wurde. "Bei einer der Bau-Scheinfirmen gab es überhaupt nur Anmeldungen von Angestellten", sagte Finanzpolizei-Chef Wilfried Lehner.
Für eine Scheinanmeldung - Betrugsmuster 1 der Täter - hätten die Haupttäter von vermeintlichen Dienstnehmern 7 Euro pro Tag, also rund 300 Euro im Monat verlangt. So hätten sie "alleine aus diesem Betrugstitel rund 3 Mio. Euro pro Jahr" mafiös verdient. Bis festgestellt wird, dass eine Firma eigentlich vermögenslos ist, dauert es schließlich rund ein halbes Jahr. GKK-Anmeldungen verkauft "Läufer", wie sie die Ermittler im Betrugsmuster 2 der Täter nennen, verkauften Gebietskrankenkassenanmeldungen in mehreren Wiener Lokalen an Interessierte. Je nach erwünschtem Entgelt (für das Erschleichen von Sozialleistungen) kosteten diese zwischen 300 und 500 Euro im Monat. Die Anmeldung für die Erlangung E-Card und als Einkommensnachweis - der oft der Aufnahme von Krediten diente, die nicht zurückbezahlt wurden oder für Leasingverträge für Autos, die in den Osten verschoben wurden und nie mehr auftauchten - kam praktisch per Post.

Dazu kamen noch das "Körberlgeld" durch 2.600 Scheinrechnungen - Betrugsmuster 3 - in Höhe von insgesamt 25 Mio. Euro und Vorsteuerbetrug von "noch ein paar hunderttausend Euro", sagte Finanzpolizei-Chef Lehner. Allen Scheinrechnungen gemein seien deren Überweisung und folgende Kickback-Zahlungen in Höhe von 10 bis 30 Prozent der Rechnungssumme. Vermögen nicht greifbar Greifbar ist vom kriminell angehäuften Vermögen aber offenbar nicht mehr so viel - ein Auto habe man beschlagnahmt. "Wir hoffen noch auf mehr", so Lehner. Auf die bereits Verurteilten - die Haftstrafen liegen laut Kramer bei 4 und 3 Jahren bzw. 28 und 10 Monaten - kommen noch die finanzstrafrechtlichen Prozesse in den kommenden Monaten zu. Unter anderem wurden die Täter wegen verschiedener Betrugsdelikte, Urkundenfälschung und Suchtgifthandel verurteilt.

Die Täter sind zwischen 55 und 60 Jahre alt, haben laut den Ermittlern keine auffälligen Lebensgeschichten und sind allesamt Österreicher. Einer der beiden Haupttäter war ein gewerblicher Buchhalter, der den Behörden wegen "augenscheinlicher Ungereimtheiten bei der Anmeldung von Dienstnehmern" aufgefallen war, erklärte Kramer. Der Buchhalter hatte laut Unterlagen des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Finanzen auch praktisch unzählige Scheinfirmen gegründet. Bei deren Namensgebung war er wenig kreativ - er nannte die Firmen nach dem Alphabet A Gmbh; mit Tochter A2 GmbH und so weiter - zumindest 54 an der Zahl.

Die finanzpolizeilichen Ermittlungen gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Wien zu genau diesem Fall fanden im Jahr 2012 und 2013 statt. Im Rahmen dieser Ermittlungen sind Einzelfälle aufgetaucht, deren Sachverhalte bis ins Jahr 2007 zurückreichen. Bei dem Prozess, der abgabenrechtlich bevorsteht, rechnen die Ermittler mit weiteren Verurteilungen. Auswirkungen des Betrugs Die Auswirkungen der Betrugsmuster laut Rudolf Unterköfler, Leiter der Sektion Wirtschaftskriminalität im Innenministerium: Keine Lohnabgaben, GKK- und BUAK-Beiträge bei voller Versicherungsleistung im Krankheitsfall auch für die Familie. Ungerechtfertigte Forderungen an den Insolvenzentgeltausgleichsfonds, ungerechtfertigter und überhöhter Arbeitslosengeldbezug, ungerechtfertigte Arbeitnehmerveranlagung, ungerechtfertigter Familienbeihilfenbezug, ungerechtfertigter Erwerb von Pensionszeit und weiters Betrügereien wie Kredit - und Leasingbetrug, bei Handyverträgen, Aufenthaltstiteln, Gläubigerschädigung.

Im Extremfall müssten 7.500 Personen einvernommen werden, sagte Kramer. In sehr vielen Fällen sei aber dokumentiert, ob jemand tatsächlich gearbeitet habe oder nicht. Pro Dienstnehmer kann laut den Ermittlern von 9.000 Euro Schaden je Fall ausgegangen werden, durch die Hinterziehung der Lohnsteuer und der Dienstgeberbeiträge.

Das finale Ausmaß des Falles der organisierten Kriminalität scheint noch gar nicht klar.

(Bild: Baumafia-Netzwerk wurde aufgedeckt. Bild: SN/www.BilderBox.com)

Kategorien: News

Salzburger knackt Lotto-Jackpot und muss teilen

Do, 10/07/2014 - 03:47

(Von Apa.) Einer der vier neuen Lotto-Millionäre, der bei der Ziehung "6 aus 45" am Mittwoch die sechs Richtigen getippt hatte, hat sich Donnerstagvormittag bei den Lotterien gemeldet, so deren Sprecher Günter Engelhart. Weitere Details über den glücklichen Jackpot-Knacker wurden keine erwähnt, denn "der Oberösterreicher möchte anonym bleiben."

Noch nicht gemeldet haben sich die Spielteilnehmer aus Salzburg, Niederösterreich und Wien, die ebenfalls die "sechs Richtigen" 5, 11, 20, 29, 32 und 36 tippten, was ihnen jeweils 2.368.767,60 Euro bringt. "Die Gewinner melden sich aber zu 90 Prozent innerhalb einer Woche", verriet Engelhart. Ein Großgewinner ließ sich einmal fünf Wochen Zeit, was aber den simplen Grund hatte, dass er davor auf Urlaub war.

Der Fünffach-Jackpot hatte die Spielteilnehmer zu 14 Millionen Tipps auf rund zwei Millionen Wettscheinen animiert. Die gesamte Sechser-Gewinnsumme wuchs dadurch auf knapp 9,5 Millionen Euro an, was der dritthöchsten Gewinnsumme entspricht, die jemals ausgespielt wurde. Dass es gestern keinen Solosechser gab, ist laut den Lotterien nicht verwunderlich: Nur zwei der insgesamt sieben Fünffachen brachte bisher einen Einzelgewinner.

(Bild: Vier Spieler erhalten je knapp 2,4 Millionen Euro. Bild: SN/APA (Archiv/Fohringer)/HELMUT FO)

Kategorien: News

Schäuble wirft USA in Spionageaffäre Dummheit vor

Do, 10/07/2014 - 03:44

(Von Apa/dpa.) US-Regierungssprecher Josh Earnest betonte am Mittwoch die deutsch-amerikanische Sicherheitspartnerschaft. Diese Zusammenarbeit stärke die nationale Sicherheit sowohl in Deutschland als auch in den USA, sagte er. Die konkreten Vorwürfe, wonach es einen Spion auch im Berliner Verteidigungsministerium gebe, wollte er nicht kommentieren. Er fügte lediglich hinzu, es gebe Gespräche zwischen deutschen Diplomaten und ihren US-Kollegen sowie zwischen Geheimdienst- und Justizexperten.

Unterdessen schlägt die deutsche Regierung schärfere Töne an, Finanzminister Wolfgang Schäuble warf den USA in der Affäre "Dummheit" vor. Zwar hätte Deutschland ohne die Partnerschaft mit US-Geheimdiensten viele Terrorbedrohungen nicht abwehren können, sagte er nach Angaben des Senders Phoenix. Dies heiße aber nicht, "dass die Amerikaner drittklassige Leute bei uns anwerben dürfen. Das ist so was von blöd, und über so viel Dummheit kann man auch nur weinen. Deswegen ist die Kanzlerin da auch "not amused"." Gleichwohl fühle er sich "von den Amerikanern weniger bedroht als von manchen anderen in der Welt", so Schäuble.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Bundesanwaltschaft gegen einen mutmaßlichen Spitzel im Verteidigungsministerium ermittelt. Seit einer Woche sitzt bereits ein Beamter des Bundesnachrichtendienstes in Untersuchungshaft, weil er die Amerikaner gegen Bezahlung mit geheimen Informationen versorgt haben soll. Auch diesen Fall hatten die USA offiziell nicht kommentieren wollen.

Am Donnerstag beschäftigt die Affäre um die Aktivitäten der US-Geheimdienste auf deutschem Boden den Bundestag. Das Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste kommt trotz Parlamentsferien zu einer Sondersitzung zusammen. Es tagt grundsätzlich geheim.

Die Vorgänge werden zunehmend zum Problem für die deutsch- amerikanische Partnerschaft, die Regierung sprach am Mittwoch erstmals von "tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten". In Berlin wird nun über Gegenmaßnahmen nachgedacht - bis hin zur Ausweisung amerikanischer Botschaftsmitarbeitern. In der kommenden Woche fliegt der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier in die USA.

(Bild: Harte Worte des deutschen Finanzministers. Bild: SN/APA (epa)/PANTELIS SAITAS)

Kategorien: News

Metallica rocken Wien - Wunschkonzert für Fans

Do, 10/07/2014 - 03:44

(Von Apa.) "Metallica By Request" lautet das Motto der diesjährigen Sommertour, wobei der Name Programm ist: Die Fans bestimmen die Setlist zum Teil via Internet und SMS mit, zwei besonders glückliche Metalheads durften ihre Wahl auf der Bühne verkünden. Und so lieferten die Schwermetaller auch in Wien ein Wunschkonzert, vorzüglich mit Songs aus den Alben "Master Of Puppets" und "Metallica".

An Licht und Laser wurde ebenso wenig gespart wie an Lautstärke. Nach mehr als zwei Stunden verließen die Fans restlos glücklich das Gelände. Vor Metallica hatten bereits die Norweger Kvelertak, Children Of Bodom und die Grunge-Legenden Alice In Chains gespielt.

(Bild: Metallica enttäuschten ihre Fans nicht. Bild: SN/APA (Hochmuth)/GEORG HOCHMUTH)

Kategorien: News

Lufthansa plant neue Billigangebote

Do, 10/07/2014 - 03:34

(Von Apa/dpa-afx/reuters/afp.) Bereits im Frühjahr sollen vom schweizerisch-französischen Flughafen Basel die ersten Eurowings-Jets zu europäischen Zielen starten, wie der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch in Seeheim bei Frankfurt ankündigte. Die Lufthansa-Tochter Swiss werde sich zeitgleich vom Basler Flughafen zurückziehen. Eurowings soll dann den dortigen Platzhirschen EasyJet stärker unter Druck setzen.

Möglicherweise landet die Billigmarke Eurowings später auch in Österreich. Allerdings käme nicht das AUA-Drehkreuz Wien, sondern der eine oder andere Bundesländerflughafen infrage. "Wenn der Testmarkt Basel mit zwei bis vier Flugzeugen funktioniert, ist das möglich", sagte Lufthansa-Pressesprecher Christoph Meier auf APA-Anfrage. AUA-Sprecher Peter Thier sagte, es gebe keine Auswirkungen auf die derzeitige Langstrecken-Expansion der AUA.

An der Frankfurter Börse reagierte die Lufthansa-Aktie positiv auf die Neuigkeiten und die kurz zuvor präsentierten Verkehrszahlen für Juni. Zuletzt lag das Papier mit 2,33 Prozent im Plus bei 15,37 Euro. Nachdem die Lufthansa im Juni ihre Gewinnprognose gekappt hatte, bleibt die Aktie jedoch noch weit von ihrem zuvor erreichten Niveau von rund 20 Euro entfernt.

Eurowings soll bis zu 23 Jets vom Typ Airbus A320 erhalten und damit aus dem Stand zur Nummer drei im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr werden. Dazu gehören auch 13 Jets, die eigentlich an die Lufthansa gehen sollten. Germanwings bleibt für die Verkehre von und nach Deutschland außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München zuständig. Die Germanwings-Flotte soll in diesem Zusammenhang bis Frühjahr 2015 von derzeit 23 auf 60 Flugzeuge anwachsen, sagte Spohr.

Auf der Langstrecke will Lufthansa das Angebot unter einer weiteren, noch nicht benannten Marke mit bis zu neun Jets starten. Gespräche mit Turkish Airlines als möglichem Partner seien bereits fortgeschritten, sagte Spohr. Diese Aussage trieb die Aktien der türkischen Fluglinie um knapp drei Prozent in die Höhe. Eine Entscheidung soll im Herbst fallen. Man könne aber auch allein beginnen. Erste Flüge werde es voraussichtlich im Winter 2015/2016 von den Flughäfen München, Köln-Bonn und Düsseldorf geben.

Lufthansa plant, die verschiedenen Wings-Gesellschaften in einer Holding zusammenzufassen, die ihren Sitz wahrscheinlich nicht in Deutschland haben wird. Infrage kämen die Kernmärkte Schweiz, Österreich oder Belgien, sagte Spohr. Bisher fliegt Eurowings mit kleineren Bombardier-Jets ausschließlich im Auftrag der Germanwings und ist laut Spohr wegen geringerer Pilotengehälter noch einmal kostengünstiger als diese. Germanwings operiert zu etwa 20 Prozent geringeren Kosten als die Lufthansa-Passage und soll 2015 in die schwarzen Zahlen fliegen.

Neben dem neuen Billigkonzept, das auf Crews außerhalb der bestehenden Lufthansa-Kollektivverträge setzt, soll die Qualität der Muttermarke sowie die Marktstellung der erfolgreichen Tochtergesellschaften etwa für Catering, IT und Flugzeugtechnik gestärkt werden. Lufthansa müsse wieder der Maßstab der Branche sein. Spohr kündigte ein zusätzliches Investitionspaket von rund 500 Mio. Euro an, mit dem unter anderem ein Innovationszentrum in Berlin gegründet werden soll.

Der Lufthansa-Chef bekräftigte die vor einigen Wochen zurückgenommene Prognose von rund einer Milliarde Euro operativen Gewinns für dieses Jahr. Zur Verbesserung der Produktivität werde man aus dem Winterflugplan zehn Fracht- und Passagierflugzeuge herausnehmen.

(Schluss) pro/cs

ISIN DE0008232125

WEB http://www.lufthansa.com/

http://www.austrian.com

(Bild: Symbolbild. Bild: SN/APA/EPA/BORIS ROESSLER)

Kategorien: News

Nordkorea beschwert sich über Jong-un-Komödie

Do, 10/07/2014 - 03:04

(Von Apa/ag..) Einen Film über die Ermordung eines amtierenden Staatschefs zu produzieren und zu veröffentlichen sei nicht nur eine "Kriegshandlung" sondern auch eine "unverhohlene Unterstützung von Terrorismus", so der UNO-Botschafter Ja Song-nam am Mittwoch.

In einem Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte der UNO-Botschafter Nordkoreas die Verbreitung des Schreibens als offizielles UNO-Dokument. Die US-Behörden werden darin aufgefordert, alles zu tun, damit der Film "umgehend" gestoppt werde.

"The Interview" soll im Oktober in die US-Kinos kommen. In dem Streifen verkörpern die Schauspieler Seth Rogen und James Franco zwei TV-Journalisten, die vom Geheimdienst CIA den Auftrag erhalten, den Anführer des kommunistischen Landes während eines Interviews in Pjöngjang zu töten.

Bereits im vergangenen Monat hatte sich Nordkorea über den Film beschwert. Kim wird darin als übergewichtiger, an Zigarren kauender und streng bewachter Diktator dargestellt. Im Filmtrailer wird Nordkorea als "weltweit gefährlichstes Land" bezeichnet.

(Bild: Film über Kim Jong-un erregt Ärger. Bild: SN/apa/yonhap)

Kategorien: News

Motorradklub "Bandidos" drängt via Salzburg ins Land

Do, 10/07/2014 - 02:31

(Von Apa.) Hinweise auf illegale Machenschaften gibt es hierzulande nicht, sagen die Behörden. Laut "Kurier" handelt es sich bei der neuen Zweigstelle auch noch um kein eigenes "Chapter", wie die offiziellen Ortsverbände des Motorradklubs heißen. An der Salzburger Adresse firmiert derzeit eine GmbH. Das Verkaufslokal ist in den Klubfarben der "Bandidos" (Rot und Gold) bemalt. Einzug in Salzburg provoziert Die Eröffnung gilt im Rockermilieu als gewaltige Provokation. Österreich soll bisher reines Territorium der Konkurrenzbande "Hells Angels" gewesen sein. Die Salzburger Firma soll demnächst auch in Wien eine Filiale eröffnen, berichtet der "Kurier".

In Deutschland liefern sich die "Bandidos" seit Jahren mit den verfeindeten "Hells Angels" erbitterte Kämpfe. Mit Motorradfahren hat das nur mehr am Rande zu tun: Ermittlern zufolge geht es um die Vorherrschaft im Drogen-, Waffen- und Rotlichtgeschäft. Die Revierkämpfe werden dabei bisweilen mit äußerster Brutalität ausgetragen.Polizei mit Hinweisen auf Aktivitäten Im Bundeskriminalamt in Wien hieß es am Mittwoch, man würde die Szene in Österreich genau verfolgen und gegen die Rockerkriminalität international vernetzt vorgehen. "Der Salzburger Polizei ist bekannt, dass der Klub in dem Haus aktiv ist", sagte auch Polizeisprecherin Irene Stauffer. "Im Erdgeschoß des Hauses befindet sich das Geschäft, im oberen Stock die Klubräume." Derzeit würden vonseiten der Exekutive aber keine Ermittlungen laufen: "Es gibt keine Auffälligkeiten, keine Vorfälle, keine Anrainerbeschwerden und keine Hinweise auf strafbare Handlungen."

(Bild: Rockerclub Bandidos hat sich in Salzburg eingenistet. Bild: SN/dapd)

Kategorien: News

Nordkorea beschwert sich über Kim Jong-un-Komödie

Do, 10/07/2014 - 02:31

(Von Apa/ag..) Einen Film über die Ermordung eines amtierenden Staatschefs zu produzieren und zu veröffentlichen sei nicht nur eine "Kriegshandlung" sondern auch eine "unverhohlene Unterstützung von Terrorismus", so der UNO-Botschafter Ja Song-nam am Mittwoch.

In einem Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte der UNO-Botschafter Nordkoreas die Verbreitung des Schreibens als offizielles UNO-Dokument. Die US-Behörden werden darin aufgefordert, alles zu tun, damit der Film "umgehend" gestoppt werde.

"The Interview" soll im Oktober in die US-Kinos kommen. In dem Streifen verkörpern die Schauspieler Seth Rogen und James Franco zwei TV-Journalisten, die vom Geheimdienst CIA den Auftrag erhalten, den Anführer des kommunistischen Landes während eines Interviews in Pjöngjang zu töten.

Bereits im vergangenen Monat hatte sich Nordkorea über den Film beschwert. Kim wird darin als übergewichtiger, an Zigarren kauender und streng bewachter Diktator dargestellt. Im Filmtrailer wird Nordkorea als "weltweit gefährlichstes Land" bezeichnet.

(Bild: Film über Kim Jong-un erregt Ärger. Bild: SN/apa/yonhap)

Kategorien: News

Blutige Gewalt im Nahost: 43 Tote im Gazastreifen

Mi, 09/07/2014 - 17:04

(Von Sn, Dpa.) Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas warf Israel "Völkermord" vor. "Die Ermordung ganzer Familien ist ein Völkermord, den Israel an unserem palästinensischen Volk verübt", sagte Abbas nach einem Krisentreffen der palästinensischen Führung in Ramallah.

Israel und militante Palästinenser im Gazastreifen liefern sich eine immer härtere Schlacht. Die Zahl der Toten bei israelischen Luftangriffen in dem Küstenstreifen stieg am Mittwoch nach Angaben von Sanitätern auf 43. Es mehrten sich auch Berichte über zivile Opfer, darunter Frauen und Kinder. Bei einem Luftschlag wurde nach palästinensischen Angaben eine fünfköpfige Familie getötet, darunter eine Frau und zwei Kinder.

In der Nähe des SOS-Kinderdorfes in Rafah im Gazastreifen gingen nach Angaben der Organisation 15 israelische Raketen auf Hamas-Camps nieder. Die Kinder des Dorfes seien durch die Detonationen traumatisiert. Aus Sicherheitsgründen dürften sie das Dorf nicht mehr verlassen.

Militante Palästinenser haben noch nie zuvor eine Rakete soweit geschossenErstmals seit dem Gaza-Krieg Ende 2012 griffen militante Palästinenser wieder Jerusalem und Tel Aviv mit Raketen an. Dort heulten am Dienstagabend und am Mittwoch die Sirenen. Sogar in der Küstenstadt Chadera knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt schlug ein Geschoss ein. So weit hatten militante Palästinenser nie zuvor eine Rakete geschossen. Es gab sogar unbestätigte Berichte von Einschlägen im Norden des Landes.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach einer Beratung mit Militärs: "Wir haben entschieden, die Angriffe auf die Hamas und andere Terrororganisationen in Gaza noch weiter zu verstärken." Die Armee sei "auf alle Möglichkeiten vorbereitet".

EU und USA warnten vor einer weiteren Eskalation der Gewalt und forderten die Konfliktparteien zur Mäßigung auf. Ziel müsse eine Waffenruhe sein. Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern unter US-Vermittlung waren im April gescheitert. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte in der "Bild"-Zeitung eine Koalition der Vernunft im Nahen Osten. Es dürften nicht noch mehr Unschuldige sterben.

Vier Millionen Menschen von Raketen bedrohtIsrael will mit der in der Nacht zum Dienstag gestarteten Offensive den ständigen Raketenbeschuss seiner Städte unterbinden. Insgesamt seien rund vier der acht Millionen Menschen in Israel durch Raketen aus dem Gazastreifen bedroht, sagte ein Armeesprecher. Berichte über Opfer in Israel gab es bislang nicht.

Zum ersten Mal schlug in Chadera nördlich von Tel Aviv eine Rakete ein - die Küstenstadt ist knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen, sagte eine Armeesprecherin. In der Vergangenheit waren vor allem Orte in einer Entfernung bis 40 Kilometer zum Gazastreifen angegriffen worden.

290 Ziele beschossenDie israelische Armee setzte in der Nacht zum Mittwoch ihre massiven Angriffe im Gazastreifen fort. Insgesamt seien 290 Ziele beschossen worden, teilte das Militär mit. Seit Beginn der Militäroperation in der Nacht zuvor hätten Luftwaffe und Marine 560 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten in diesem Zeitraum 280 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 50 abgefangen.

Präsident Mahmud Abbas versammelte die Palästinenserführung am Mittwoch zu einem weiteren Krisentreffen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sicherte Abbas nach palästinensischen Angaben am Telefon zu, sein Land werde sich für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas einsetzen. Abbas sprach in einer Fernsehansprache von einer "vorsätzlichen und brutalen israelischen Aggression" im Gazastreifen. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten einzuberufen.

USA: Zweistaatenlösung ist einziger Weg für FriedenUS-Präsident Barack Obama betonte, dass die USA weiterhin eine Zweistaatenlösung für den einzigen Weg zu dauerhaftem Frieden in Nahost halten. "Die einzige Lösung ist ein demokratischer jüdischer Staat, der in Frieden und Sicherheit lebt, Seite an Seite mit einem existenzfähigen, unabhängigen Palästinenserstaat", schrieb er in einem Beitrag, der am Donnerstag in der Wochenzeitung "Die Zeit" erscheint. Die amerikanische Unterstützung für Israel bezeichnete Obama als nicht verhandelbar.

Der israelische Historiker und Publizist Tom Segev warnte vor einer weiteren Radikalisierung von Israelis und Palästinensern. Schon seit Jahren beobachte er mit wachsender Sorge, "dass es in beiden Gesellschaften sehr legitim geworden ist zu hassen", sagte Segev im Deutschlandradio Kultur. Er sei deshalb hinsichtlich der Chancen für einen Frieden sehr pessimistisch. Viele Israelis sind nach Einschätzung Segevs desillusioniert und entfernen sich von der Politik. "Die warten, dass die palästinensischen Raketen irgendwo anders fallen und gucken Fußball."

Kurz nach den massiven Raketenangriffen auf israelische Städte versammelten sich am Dienstagabend Fußballfans am Strand von Tel Aviv, um das Spiel zwischen Deutschland und Brasilien zu verfolgen. Mehrere Bars entlang der Strandpromenade bieten Public Viewings an.

(Bild: Weitere Eskalation in Nahost. Bild: SN/AP)

Kategorien: News

Ein kleiner Held behält den Durchblick

Mi, 09/07/2014 - 16:37

(Von Magdalena Miedl.) Erich Kästners Detektiv Emil hat einen würdigen Nachfolger: Er ist acht Jahre alt, heißt Rico (Anton Petzold), und stellt sich als "tiefbegabtes Kind" vor, das manchmal etwa langsamer ist. Er ist der Held der Kinderbuchverfilmung "Rico, Oskar und die Tieferschatten", die am Freitag ins Kino kommt. Mit seiner Mutter (Karoline Herfurth) lebt Rico in einem weniger schönen Teil von Berlin Kreuzberg, der Vater ist vor einigen Jahren verunglückt, Mama arbeitet in einem Nachtclub. Da Rico sich manche Dinge nicht so gut merken kann, muss er sie eben ganz besonders sorgfältig machen: Neue Worte sucht er sich im Wörterbuch und schreibt sie auf, den Weg zum Supermarkt hat ihm seine Mutter auf eine Kassette gesprochen, den Walkman hat er immer dabei. Und wenn ihm jemand blöd kommt, erklärt er selbstbewusst, nur weil er ein Kind sei, wär das noch lang kein Grund zur Unhöflichkeit.

Rico begegnet einem gleichaltrigen Buben namens Oskar (Juri Winkler), der zwar hochbegabt ist, aber dafür ängstlich und immer mit Helm unterwegs. Die beiden freunden sich an und erkunden gemeinsam die Gegend. Was für ein Glück, einen Freund zu haben! Dann allerdings verschwindet Oskar, und Rico ist der Einzige, der sich auf die Suche nach ihm macht. Steckt womöglich "Mister 2000" dahinter, der Kindesentführer, der seit Wochen in Berlin sein Unwesen treibt? Und was hat es mit den schwarzen Schatten im abgebrannten Hinterhaus auf sich?

Schon die Jugendromanvorlage von Andreas Steinhöfel wurde 2009 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Der Film von Neele Leana Vollmar ("Maria, ihm schmeckt's nicht!") ist eine warmherzige Hommage an ein besonderes Stadtviertel, mit all seinen dreckigen, schönen, bunten und gefährlichen Ecken, und spannendes, einfallsreiches Kinderkino mit hervorragender Besetzung.


Film: Rico, Oskar und die Tieferschatten. Kinderfilm, Deutschland 2014. Regie: Neele Leana Vollmar. Mit Anton Petzold, Juri Winkler, Axel Prahl, Karoline Herfurth, Anke Engelke. Start: 11. 7.

(Bild: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. Bild: SN/centfox)

Kategorien: News

Banker Julius Meinl droht Strafprozess

Mi, 09/07/2014 - 15:18

(Von Apa.) Meinl soll Aktionären der Bank einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht haben. Die Bank bestreitet die Vorwürfe.

Thomas Vecsey von der Staatsanwaltschaft Wien bestätigte dem "Kurier" die Übermittlung. "Es stimmt, es liegt uns ein Vorhabensbericht in der Causa Meinl vor, der noch bearbeitet wird", wird auch Oberstaatsanwalt Michael Klackl zitiert.

In dem Bericht wird entweder eine Anklage oder eine Einstellung des Verfahrens vorgeschlagen. Er werde dem Justizministerium mit einer Stellungnahme weitergeleitet. Inhaltliche Details wollten die beiden Behörden keine nennen.

Dem Vernehmen nach sollen vier Personen angeklagt werden - darunter Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl und Julius Meinl. Weinzierl meinte dazu in einer Stellungnahme gegenüber der APA: "Hierbei handelt es sich um ein verzweifeltes Manöver der Staatsanwaltschaft Wien, um von ihrer in 31 Fällen nachgewiesenen, unrechtmäßigen Vorgangsweise in der eigentlichen MEL-Angelegenheit (Meinl European Land, nunmehr Atrium, Anm.) abzulenken." Es sei "evident, dass in dieser Sache von Anfang an alles rechtens war und der Staatsanwaltschaft Wien daher nichts vorliegt".

Der Vorwurf der Untreue bezieht sich auf die Ausschüttung einer "Sachdividende" von knapp 212 Mio. Euro im Jahr 2009 für das Geschäftsjahr 2008. Die Hauptversammlung habe damals laut "Kurier" entgegen ursprünglichen Plänen beschlossen, die Sachdividende (Aktien der Fondsgesellschaft Oryx) an die niederländische Briefkastenfirma B.V. Belegging-Maatschappij "Far East" auszuschütten, der die Meinl Bank zu 99,99 Prozent gehöre und die Julius Meinl zugerechnet werde.

Diese Aktien dürften jedoch nicht den Wert der vereinbarten Dividende ausgewiesen haben, schreibt die "Krone". Die Oryx-Papiere sollen auch der Kursmanipulation der Meinl-Aktien gedient haben.

Bank-Vorstand Weinzierl kontert: "Die Dividendenausschüttung der Meinl Bank für 2008 wurde selbstverständlich im Rahmen aller dafür vorgesehenen Gesetze und Regeln vorgenommen." Auch ein Vertreter der Finanzmarktaufsicht (FMA) sei im Aufsichtsrat anwesend gewesen und habe keinen Grund zum Einschreiten gesehen. Die Ausschüttung zu inkriminieren sei daher "rechtsstaatlich haltlos" und widerspreche sämtlichen Gepflogenheiten guten Wirtschaftens.

Die Dividende hat aber laut "Kurier" vor allem auch für die geschädigten Anleger der Immobilienholding Meinl European Land Folgen. Denn durch die Ausschüttung sei der Haftungstopf der Meinl Bank stark reduziert worden, "so dass nach unserer Einschätzung das vorhandene Eigenkapital für die Begleichung der Schadenersatzansprüche nicht ausreichend ist", zitiert der "Kurier" Franz Kallinger als Chef des Prozessfinanzierers AdvoFin, der 5.400 MEL-Anleger mit einem Schadensvolumen von 206 Mio. Euro vertritt. Die Bank hingegen bekräftigte in ihrer heutigen schriftlichen Stellungnahme, auf einem "stabilen wirtschaftlichen Fundament" zu stehen.

Julius Meinl saß im April 2009 kurz in U-Haft und kam gegen eine Kaution von 100 Mio. Euro frei - 90 Mio. Euro davon erstritt er sich per Gerichtsurteil zurück.

Im Ermittlungsverfahren hätten die Behörden oft mit Hindernissen zu kämpfen gehabt, heißt es in der "Kronenzeitung". Eine ganze Reihe von Gutachtern sei schon mit der Materie befasst gewesen. Die Meinl-Anwälte hätten mehrmals schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben.

(Bild: Vorhabensbericht an Oberstaatsanwaltschaft. Bild: SN/APA (Schlager)/ROLAND SCHLAGER)

Kategorien: News

Gemeinsame Lehrerausbildung in "Österreich Mitte"

Mi, 09/07/2014 - 13:20

(Von Apa.) Wie am Mittwoch bei einem Pressegespräch bekannt gegeben wurde, sollen die Studenten aus sämtlichen Lehr-Angeboten frei wählen und überall mit dem Bachelor, Master oder Doktor abschließen können.

"Österreich Mitte" ist eine von vier Bildungsregionen in Österreich, die im Rahmen der Reform der Lehrerausbildung eingerichtet werden, und inkludiert die Universitäten und die pädagogischen Hochschulen (PH) von Salzburg und Linz, die Kunstuniversitäten beider Städte sowie drei kirchliche Lehrerausbildungsstätten. Jeder angehende Lehrer für AHS, Hauptschule und Neue Mittelschule (NMS) soll im neuen System automatisch an allen Institutionen gleichzeitig inskribiert sein und sich die passendsten Lehrveranstaltungen aussuchen können. Die Ausbildung zum Sekundarlehrer ist im neuen Modell identisch, nur die Volksschullehrer dürfen weiterhin ausschließlich von den PH ausgebildet betreut werden. Wahlmöglichkeit und gesunder Wettbewerb Der Vorteil für die Studenten: Laut Elfriede Windischbauer, Rektorin der PH Salzburg, schafft das neue Modell neben Wahlmöglichkeiten für Studenten auch Wettbewerb der Kompetenzen für die Unis und PH. "Außerdem", so Windischbauer, "kommt 'Österreich Mitte' der Forschung zugute, die nicht in jeder einzelnen Institution, sondern nur gebündelt auf hohem Niveau betrieben werden kann." Die Rektoren wiesen weiters darauf hin, dass in den kommenden Jahren außergewöhnlich viele Lehrer in Pension gehen werden. "Die Synergien des einheitlichen Ausbildungsmodells sind alternativlos, um den Bedarf an gut ausgebildeten Pädagogen zu decken", so Erich Müller, Vizerektor der Uni Salzburg. "Historischer Moment" Vertreter aller neun Unis und PH sprachen heute von einem "historischen Moment" und der "weitreichendsten Reform im österreichischen Bildungssystem seit Jahrzehnten" (Franz Kepplinger, PH der Diözese Linz), von "Paradigmenwechsel in der Lehrerausbildung" (Johann Bacher, Uni Linz), von "Freudentag" und "ganz großer Chance" (Ulrike Greiner, PH Oberösterreich). Inhaltlich neue Ausbildungsschwerpunkte seien nicht zu erwarten, weil man, so Windischbauer, "ja nur jene Fächer anbieten kann, die an Schulen unterrichtet werden."

Nachteile der Zusammenlegung und Vereinheitlichung der Lehrerausbildung: Das eine oder andere Fach wird es nicht mehr in beiden Landeshauptstädten geben. Chemie zum Beispiel gehöre eindeutig in die Linzer Kernkompetenz, während etwa romanistische Fächer wohl hauptsächlich in Salzburg angeboten würden, hieß es. Für die Studenten wird das also zusätzliches und häufiges Pendeln bedeuten. "Ein gewisse Konzentration und Spezialisierung kann es schon geben, aber das Schreckgespenst von groß angelegtem Fächerzusperren sehe ich nicht", sagte Windischbauer. Aufnahmeverfahren und Bachelorstudium Die neue Lehrerausbildung sieht vor, dass künftig jeder angehende Lehrer - egal ob er sich an einer Uni, einer PH oder an einer Kooperationsform zwischen den beiden Einrichtungen ausbilden lässt - ein Aufnahmeverfahren bestehen und ein vierjähriges Bachelorstudium absolvieren muss. Nur bei dem für die Fixanstellung nötigen ein- bis eineinhalbjährigen Masterstudium müssen die PH verpflichtend mit Unis kooperieren. Die bisherige Trennung - Pflichtschullehrer werden an den PH, Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) an den Unis ausgebildet - soll dadurch aufgeweicht werden. Spätestens 2015/16 ist die Umstellung der Ausbildung für Volksschullehrer geplant, die künftig fünfeinhalb statt bisher drei Jahre dauern soll. Bis 2016/17 soll die Ausbildung für Sekundarstufenlehrer folgen.

(Bild: Einheitliche Ausbildung für Lehrer kommt. Bild: SN/APA)

Kategorien: News

Blutige Gewalt im Nahost: 40 Tote im Gazastreifen

Mi, 09/07/2014 - 13:07

(Von Sn, Dpa.) Israel und militante Palästinenser im Gazastreifen liefern sich eine immer härtere Schlacht. Die Zahl der Toten bei israelischen Luftangriffen in dem Küstenstreifen stieg am Mittwoch nach Angaben von Sanitätern auf 40. Es mehrten sich auch Berichte über zivile Opfer, darunter Frauen und Kinder. Bei einem Luftschlag wurde nach palästinensischen Angaben eine fünfköpfige Familie getötet, darunter eine Frau und zwei Kinder.

In der Nähe des SOS-Kinderdorfes in Rafah im Gazastreifen gingen nach Angaben der Organisation 15 israelische Raketen auf Hamas-Camps nieder. Die Kinder des Dorfes seien durch die Detonationen traumatisiert. Aus Sicherheitsgründen dürften sie das Dorf nicht mehr verlassen.

Militante Palästinenser haben noch nie zuvor eine Rakete soweit geschossenErstmals seit dem Gaza-Krieg Ende 2012 griffen militante Palästinenser wieder Jerusalem und Tel Aviv mit Raketen an. Dort heulten am Dienstagabend und am Mittwoch die Sirenen. Sogar in der Küstenstadt Chadera knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt schlug ein Geschoss ein. So weit hatten militante Palästinenser nie zuvor eine Rakete geschossen. Es gab sogar unbestätigte Berichte von Einschlägen im Norden des Landes.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach einer Beratung mit Militärs: "Wir haben entschieden, die Angriffe auf die Hamas und andere Terrororganisationen in Gaza noch weiter zu verstärken." Die Armee sei "auf alle Möglichkeiten vorbereitet".

EU und USA warnten vor einer weiteren Eskalation der Gewalt und forderten die Konfliktparteien zur Mäßigung auf. Ziel müsse eine Waffenruhe sein. Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern unter US-Vermittlung waren im April gescheitert. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte in der "Bild"-Zeitung eine Koalition der Vernunft im Nahen Osten. Es dürften nicht noch mehr Unschuldige sterben.

Vier Millionen Menschen von Raketen bedrohtIsrael will mit der in der Nacht zum Dienstag gestarteten Offensive den ständigen Raketenbeschuss seiner Städte unterbinden. Insgesamt seien rund vier der acht Millionen Menschen in Israel durch Raketen aus dem Gazastreifen bedroht, sagte ein Armeesprecher. Berichte über Opfer in Israel gab es bislang nicht.

Zum ersten Mal schlug in Chadera nördlich von Tel Aviv eine Rakete ein - die Küstenstadt ist knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen, sagte eine Armeesprecherin. In der Vergangenheit waren vor allem Orte in einer Entfernung bis 40 Kilometer zum Gazastreifen angegriffen worden.

290 Ziele beschossenDie israelische Armee setzte in der Nacht zum Mittwoch ihre massiven Angriffe im Gazastreifen fort. Insgesamt seien 290 Ziele beschossen worden, teilte das Militär mit. Seit Beginn der Militäroperation in der Nacht zuvor hätten Luftwaffe und Marine 560 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten in diesem Zeitraum 280 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 50 abgefangen.

Präsident Mahmud Abbas versammelte die Palästinenserführung am Mittwoch zu einem weiteren Krisentreffen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sicherte Abbas nach palästinensischen Angaben am Telefon zu, sein Land werde sich für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas einsetzen. Abbas sprach in einer Fernsehansprache von einer "vorsätzlichen und brutalen israelischen Aggression" im Gazastreifen. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten einzuberufen.

USA: Zweistaatenlösung ist einziger Weg für FriedenUS-Präsident Barack Obama betonte, dass die USA weiterhin eine Zweistaatenlösung für den einzigen Weg zu dauerhaftem Frieden in Nahost halten. "Die einzige Lösung ist ein demokratischer jüdischer Staat, der in Frieden und Sicherheit lebt, Seite an Seite mit einem existenzfähigen, unabhängigen Palästinenserstaat", schrieb er in einem Beitrag, der am Donnerstag in der Wochenzeitung "Die Zeit" erscheint. Die amerikanische Unterstützung für Israel bezeichnete Obama als nicht verhandelbar.

Der israelische Historiker und Publizist Tom Segev warnte vor einer weiteren Radikalisierung von Israelis und Palästinensern. Schon seit Jahren beobachte er mit wachsender Sorge, "dass es in beiden Gesellschaften sehr legitim geworden ist zu hassen", sagte Segev im Deutschlandradio Kultur. Er sei deshalb hinsichtlich der Chancen für einen Frieden sehr pessimistisch. Viele Israelis sind nach Einschätzung Segevs desillusioniert und entfernen sich von der Politik. "Die warten, dass die palästinensischen Raketen irgendwo anders fallen und gucken Fußball."

Kurz nach den massiven Raketenangriffen auf israelische Städte versammelten sich am Dienstagabend Fußballfans am Strand von Tel Aviv, um das Spiel zwischen Deutschland und Brasilien zu verfolgen. Mehrere Bars entlang der Strandpromenade bieten Public Viewings an.

(Bild: Weitere Eskalation in Nahost. Bild: SN/AP)

Kategorien: News

Nahost-Konflikt: Heftiger Schlagabtausch geht weiter

Mi, 09/07/2014 - 13:07

(Von Apa/dpa/ag..) Die israelische Armee ruft für gewöhnlich kurz vor den Angriffen zur Warnung die Familien an und fordert sie zum Verlassen der Gebäude auf. In mehreren Fällen hätten sich Einwohner jedoch geweigert und seien dann getötet worden, berichteten Angehörige und Augenzeugen.

260 Menschen seien verletzt worden, teilte die Nachrichtenagentur SAFA am Mittwoch mit. Sie gilt als Sprachrohr der radikal-islamischen Hamas. Die Armee habe die Häuser von mehr als 40 militanten Palästinensern bombardiert, teilte die Hamas mit.

Erstmals seit 2012 haben indes militante Palästinenser wieder Jerusalem und Tel Aviv mit Raketen angegriffen. Knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt schlug ein Geschoss ein, so weit haben militante Palästinenser nie zuvor eine Rakete geschossen.

Die Armee habe die Häuser von mehr als 40 militanten Palästinensern bombardiert, teilte die Hamas mit. EU und USA warnen vor weiterer Eskalation EU und USA warnten vor einer weiteren Eskalation der Gewalt und forderten die Konfliktparteien zur Mäßigung auf. Ziel müsse eine Waffenruhe sein. Israel will mit der in der Nacht auf Dienstag gestarteten Offensive "Zuk Eitan" (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Städte unterbinden. Insgesamt seien rund vier der acht Millionen Menschen in Israel durch Raketen aus dem Gazastreifen bedroht, sagte ein Armeesprecher. Berichte über Opfer in Israel gab es bisher nicht.Raketenangriff mit bisher größter Reichweite Zum ersten Mal schlug in Hadera nördlich von Tel Aviv eine Rakete ein - die Küstenstadt ist knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen, sagte eine Armeesprecherin. In der Vergangenheit waren vor allem Orte in einer Entfernung bis 40 Kilometer zum Gazastreifen angegriffen worden.Israelische Armee beschoss 160 Ziele Die israelische Armee setzte in der Nacht auf Mittwoch ihre massiven Angriffe im Gazastreifen fort. Insgesamt seien 160 Ziele beschossen worden, teilte das Militär mit. Seit Beginn der Militäroperation in der Nacht zuvor hätten Luftwaffe und Marine 435 Ziele angegriffen. Zuletzt gab es Berichte, dass vier Palästinenser, darunter drei Kinder, bei einem israelischen Angriff getötet worden seien.225 Raketen auf Israel Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten seit Dienstag 225 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 40 abgefangen, teilte die israelische Armee mit. In Tel Aviv selbst ging am Morgen das öffentliche Leben ungeachtet der Angriffe weiter. Die Geschäfte blieben geöffnet, der Verkehr floss und die Börse eröffnete im Plus. "Aus Sicht der Märkte ist das nichts, was nicht erwartet worden wäre", sagte der Händler Steven Shein von Psagot der Nachrichtenagentur Reuters. Er warnte allerdings vor den Folgen einer Eskalation.Krisentreffen der palästinensischen Regierung Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) kündigte für Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, berichtete der israelische Rundfunk weiter.

Konkrete ägyptische Schritte wurden jedoch zunächst nicht bekannt. Die neue Regierung in Kairo ist der Hamas feindlich gesinnt. Sie hat die Abrieglung der ägyptischen Grenze zum Gazastreifen verstärkt, was die Auswirkung einer israelische Blockade intensiviert.

Abbas gehört zur Fatah, eine mit der Hamas rivalisierenden Palästinenser-Gruppe, die das Westjordanland kontrolliert. Dort warfen etwa 400 Jugendliche aus Solidarität mit der Hamas Steine auf einen Posten des israelischen Militärs. Die Soldaten reagierten mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Die Fatah und die Hamas hatten im April ein international kritisiertes Abkommen zur Bildung einer Einheitsregierung geschlossen.

Die EU reagierte beunruhigt auf die eskalierende Gewalt in Nahost. "Wir verfolgen die sich rasch verschlechternde Lage im Süden Israels und im Gazastreifen mit schwerer Besorgnis", erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten. Alle Seiten müssten "äußerste Zurückhaltung" walten lassen und alles an eine sofortige Waffenruhe setzen.USA: Israel hat Recht auf Selbstverteidigung Die USA verurteilten die Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel. Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung, sagte Regierungssprecher Josh Earnest. Er zeigte sich zugleich besorgt über die Sicherheit von Zivilisten auf beiden Seiten. Washington hoffe, dass Israel einen "Kanal für Diplomatie" geöffnet lasse, um auf eine Waffenruhe oder eine Deeskalation der Lage hinzuwirken. Friedensgespräche zwischen beiden Seiten unter US-Vermittlung waren im April gescheitert.

US-Präsident Barack Obama betonte, dass die USA weiterhin eine Zweistaatenlösung für den einzigen Weg zu dauerhaftem Frieden in Nahost halten. "Die einzige Lösung ist ein demokratischer jüdischer Staat, der in Frieden und Sicherheit lebt, Seite an Seite mit einem existenzfähigen, unabhängigen Palästinenserstaat", schrieb er in einem Beitrag, der am Donnerstag in der Wochenzeitung "Die Zeit" erscheint. Die amerikanische Unterstützung für Israel bezeichnete Obama als nicht verhandelbar. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten abzuhalten.Historiker: "Es ist legitim geworden, zu hassen" Der israelische Historiker und Publizist Tom Segev warnte vor einer weiteren Radikalisierung von Israelis und Palästinensern. Schon seit Jahren beobachte er mit wachsender Sorge, "dass es in beiden Gesellschaften sehr legitim geworden ist zu hassen", sagte Segev im Deutschlandradio Kultur. Er sei deshalb hinsichtlich der Chancen für einen Frieden sehr pessimistisch. Viele Israelis sind nach Einschätzung Segevs desillusioniert und entfernen sich von der Politik. "Die warten, dass die palästinensischen Raketen irgendwo anders fallen und gucken Fußball."

Kurz nach den massiven Raketenangriffen auf israelische Städte versammelten sich am Dienstagabend Fußballfans am Strand von Tel Aviv, um das Spiel zwischen Deutschland und Brasilien zu verfolgen. Mehrere Bars entlang der Strandpromenade bieten Public Viewings an.

(Bild: Weitere Eskalation in Nahost. Bild: SN/AP)

Kategorien: News
hellokitty