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Aktualisiert: vor 18 Minuten 5 Sekunden

Grünes Licht für Militäreinsatz: Türkei sagt IS den Kampf an

Do, 02/10/2014 - 17:56

(Von Apa/ag.) Das Parlament in Ankara hat am Donnerstagabend ein Mandat für solche Einsätze verabschiedet. Die Regierung des NATO-Partners hat nun ein Jahr lang freie Hand, dort mit Bodentruppen oder anderen militärischen Mitteln gegen Terrororganisationen vorzugehen.

Noch ist allerdings unklar, ob - und falls ja, wann - die Regierung von der Möglichkeit Gebrauch machen würde. Kurz vor der Abstimmung im Parlament sagte Verteidigungsminister Ismet Yilmaz nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu vor Reportern: "Rechnen Sie nicht mit einem Schritt direkt nach der Verabschiedung der Erlaubnis." 298 Abgeordnete stimmten für die Resolution, 98 votierten dagegen. Die größte Oppositionspartei, die sozialdemokratische CHP, und die kleinere pro-kurdische Partei HDP hatten angekündigt, dem Mandat nicht zuzustimmen.

Nach einem weiteren Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich indes die Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane zugespitzt. Der IS ist laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bis auf zwei Kilometer an die Stadtgrenze herangerückt. Die kurdischen Volksschutzeinheiten bereiten sich auf Straßenkämpfe vor. Im Irak konnte der IS die Stadt Hit erobern.

Die USA und ihre Verbündeten bombardierten erneut IS-Ziele südlich und östlich von Kobane, wie die kurdische Internetseite Welati am Donnerstag berichtete. Die IS-Extremisten versuchen seit Tagen, die eingekesselte kurdische Stadt an der türkischen Grenze einzunehmen. Nach Angaben des Chefs der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, stellen sich 5.000 bis 6.000 Kurden den IS-Extremisten entgegen. Zudem seien noch einige Tausend Zivilisten in der Stadt.

Angesichts des IS-Vormarsches will sich die türkische Regierung am Donnerstag vom Parlament die Erlaubnis für Militäreinsätze in Syrien und im Irak geben lassen. Der Regierung des NATO-Mitglieds solle gestattet werden, über den Zeitpunkt, die Dauer und das Ausmaß militärischer Operationen in den Nachbarländern zu entscheiden, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Erlaubnis gelte für ein Jahr. Eine Zustimmung gilt als sicher. Der Regierung in Ankara war zuletzt wiederholt ein mangelndes Engagement im Kampf gegen den IS vorgeworfen worden.

Der in der Türkei inhaftierte Chef der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, schickte am Donnerstag eine Warnung an Ankara. Sollte Kobane in die Hand des IS fallen, dann könnte dies den vergangenes Jahr gestarteten Friedensprozess torpedieren, der den kurdischen Aufstand im Südosten der Türkei nach drei Jahrzehnten überwinden soll.

Kobane ist die letzte Bastion in einer Enklave, die bisher von den kurdischen Volksschutzeinheiten kontrolliert wurde. Sie sind mit dem syrischen Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden. Der IS herrscht bereits über mehr als 300 Dörfer im Umland von Kobane.

Die Kurden hätten sich aus Gebieten im Westen von Kobane zurückziehen müssen, sagte der Leiter der oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Die Situation dort sei "sehr gefährlich". Die Intensität der Kämpfe habe am Donnerstagfrüh zugenommen, sagte er weiter. Es gebe Berichte, dass viele Menschen die Stadt verließen.

Der Europarat rief zur Rettung Kobanes auf. Die internationale Gemeinschaft solle sofort eingreifen, um in der Stadt eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, hieß es in einer Erklärung am Donnerstag. Gleichzeitig betonten die Parlamentarier aus den 47 Europaratsländern die Notwendigkeit weiterer humanitärer Hilfe. Die bisherigen Leistungen seien nicht ausreichend.

Die USA hatten in der vergangenen Woche ihre Luftangriffe auf IS-Kämpfer vom Irak auf Syrien ausgedehnt. Fünf arabische Staaten unterstützen sie dabei. Ziel der Koalition ist es, die Terrormiliz zu zerstören. Die USA wollen dafür auch gemäßigte syrische Rebellen ausbilden, die den IS und das syrische Regime in Damaskus bekämpfen.

Der US-Gesandte für das internationale Bündnis, John Allen, sagte dem Fernsehsender CNN, die Ausbildung der gemäßigten Rebellen werde Zeit in Anspruch nehmen. "Es könnte Jahre dauern-Gesandte für das internationale Bündnis, Jo", sagte Allen. Die Rebellen sollten in die Lage versetzt werden, sich gegen das syrische Regime und Jihadisten verteidigen zu können.

Im Irak erzielte der IS unterdessen mit der Einnahme der Stadt Hit im Zentrum des Landes einen weiteren militärischen Erfolg. Bei den Kämpfen kamen fast 60 irakische Sicherheitskräfte und IS-Kämpfer ums Leben. Der IS hat ein Kalifat ausgerufen, das sich über Syrien und den Irak erstreckt.

Die Vereinten Nationen warfen unterdessen der IS-Miliz erneut extrem grausame Verbrechen vor. Die Islamisten hätten im Irak Massenexekutionen verübt, Frauen und Mädchen als Sexsklavinnen verkauft sowie Kinder als Kämpfer zwangsrekrutiert, heißt es in einem Bericht.

Zugleich hieß es, bei den Luftangriffen des irakischen Militärs auf IS-Kämpfer seien viele Zivilisten umgekommen. Dörfer, eine Schule und Krankenhäuser seien getroffen worden. Das Vorgehen scheine nicht verhältnismäßig gewesen zu sein und verstoße womöglich gegen das Völkerrecht.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag soll sich nach Ansicht der Vereinten Nationen mit der Gewalt im Irak befassen. "Der Gerichtshof wurde genau für derartige Situationen geschaffen", sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte Prinz Said Raad al-Hussein am Donnerstag in Genf.

Angesichts der Ermordung tausender Zivilisten durch die IS-Terrormiliz solle die irakische Regierung die Rechtsprechung des Gerichtshofs zulassen, sagte er. Laut einem neuen UNO-Report hat die Terrormiliz zahlreiche Zivilisten angegriffen, entführt, vergewaltigt und getötet. Zudem seien Kinder zwangsrekrutiert worden, heißt es in dem Bericht, der sich auf den Zeitraum zwischen Anfang Juli und Anfang September 2014 bezieht.

Die sunnitische Extremistengruppe IS habe außerdem systematisch Angehörige religiöser Minderheiten wie Jesiden, Schiiten und Christen attackiert und umgebracht, heißt es weiter.

"Die Gewalttaten sind atemberaubend und könnten als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet werden", sagte Said. Seit Anfang des Jahres sind im Irak nach UNO-Angaben rund 9400 Zivilisten getötet worden, mehr als 17.000 wurden verletzt.

(Bild: Die Türkei greift in Syrien und dem Irak ein. Bild: SN/AP)

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Rupprechter in Salzburg: Rindfleischoffensive geplant

Do, 02/10/2014 - 17:45

(Von Apa.) Neben der Suche nach neuen Absatzmärkten will er vor allem die Gastronomie dazu bewegen, mehr heimisches (Rind-)Fleisch auf die Speisekarten zu setzen."Der Druck auf den Binnenmarkt wächst, darum gilt es Ersatzmärkte zu finden", sagte Rupprechter gegenüber Vertretern der Presse. Ein Fokus werde dabei auf Asien liegen, der Minister will noch im Oktober nach China und Südkorea reisen. Zumal habe man nordafrikanische Länder zur Agrarmesse in Wels Ende November eingeladen. Konzentrieren will sich die Branche auch auf den Westbalken - und die USA. "Auch ohne transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP können wir diesen Markt mit einer Exportoffensive behandlen." Rupprechter kündigte dazu eine "Edelweißoffensive" für das nächste Jahr an.kündigte dazu eine "Edelweißoffensive" für das nächste Jahr an.Appell an die VerbraucherZugleich appellierte der Minister an Verbraucher und Einkäufer, bewusst auf regionale Produkte zu setzen. "Ich werde mich auch dafür einsetzten, dass dort wo der Bund als Einkäufer auftrifft, heimische Ware zum Zug kommt."

Aufholbedarf nach oben im Bereich Fleisch ortete Rupprechter im Gastrobereich. Denn während im inländischen Lebensmitteleinzelhandel bereits nahezu 100 Prozent österreichische Ware verwendet wird, schaut es beim Fleischverzehr außer Haus anders aus, bestätigte Gerald Hellweger, Europa-Direktor der amerikanischen Alpenrind-Mutterfirma OSI. Hellweger schätzt, dass nur die Hälfte des in der Gastronomie angebotenen Fleisches aus heimischer Produktion stammt. "Auch wenn Unternehmen wie McDonalds zu 100 Prozent österreichisches Rindfleisch anbieten, müssen wir die Möglichkeiten viel stärker ausnutzen."Kaum Auswirkungen auf den PreisGroße Auswirkungen auf den Rindfleischpreis in Zentraleuropa hätten die Russland-Sanktionen bisher noch nicht gehabt, so OSI-Manager Erik Schöttl. Während beim Schweinefleisch die Preise durchaus auch durch das Importverbot in Russland beeinflusst stark gefallen seien, habe ein Preisrückgang bei Rind eher saisonale Einflüsse. "Das hat nicht zwangsläufig mit Russland zu tun."

Preisstützungen jeder Art schloss Landwirtschaftsminister Rupprechter dezitiert aus. "Das ist nicht mit den Regelungen des EU-Binnenmarktes kompatibel. Wir müssen die Mechanismen des Marktes nützen."

(Bild: Landwirtschaftsminister Rupprechter (4. v.l.) in Salzburg. Bild: SN/Andreas Kolarik)

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Die Volksbanken bauen um

Do, 02/10/2014 - 16:52

(Von Apa.) Die Steuerungskompetenzen der ÖVAG werden abgespalten und auf eine der neun Volksbanken übertragen. Das werde "Monate" dauern. Koren wollte sich nicht festlegen auf welche, doch in einer ersten Aussendung wurde die Volksbank Wien-Baden als Kandidatin dafür genannt. Damit die Funktionen des Spitzeninstituts bewältigt werden können, ist eine Mitgift in der Größe von sechs Mrd. Euro nötig.

Die ÖVAG selber habe laut Plan Ende 2014 noch 15,5 Mrd. Euro Bilanzsumme und Ende 2015 dann nur mehr 5 Mrd. Euro, nicht zuletzt durch die Abgabe von Werten an das neue Spitzeninstitut. Sie soll bis Mitte 2015 ihre Banklizenz zurücklegen. Wann genau sie endgültig Geschichte sein wird, sei zwar nicht absehbar, aber man werde "2017 einen dicken Schlussstrich ziehen können", so Koren. Im Abbauplan ist auch der Verkauf der Rumänientochter vorgesehen. Koren geht davon aus, dass am Schluss sogar noch Geld übrig bleiben wird. Es werde aber nicht dafür reichen, dass die Republik das von ihr eingeschossene Geld (1,3 Mrd. Euro) zurückerhalten kann. Auch die Volksbanken als Mehrheitseigentümer haben bisher 1,3 Mrd. Euro abschreiben müssen.

Die ÖVAG muss diesen Schritt zu einer Abbaueinheit setzen, weil es nicht möglich war, die sich abzeichnende Kapitallücke zu schließen. Aufgrund neuer regulatorischer Bestimmungen (Basel III) werde die ÖVAG "knapp an eine Mrd. Euro" an anrechenbarem Eigenkapital verlieren, so Koren. (Darunter 450 Mio. PS-Kapital und Genossenschaftskapital, Anm.). Weder der Staat als größter Eigentümer noch die Volksbanken hätten den Willen gehabt, Kapital nachzuschießen. Wenn die ÖVAG nun zu einer Abbaubank werde, dann gelten geringere Kapitalanforderungen.

Koren wies jeden Zusammenhang der am Donnerstag beschlossenen Maßnahme mit dem laufenden EZB-Stresstest weit von sich. Eine Begründung der Maßnahmen mit dem Stresstest wäre eine "Irreführung" sagte er. Es habe mit der EZB noch keinen offiziellen Kontakt gegeben, "wir machen es sicher nicht, weil wir EZB-Lücken sehen", vielmehr erkenne man seit zwei Jahren Lücken. In Medien war kolportiert worden, dass der Stresstest, dessen Ergebnisse Ende Oktober veröffentlicht werden, einen Kapitalbedarf von bis zu 800 Mio. Euro ergeben hätte.

Der Abbau der ÖVAG wird auch zahlreiche Jobs kosten. Derzeit arbeiten 650 Menschen in der ÖVAG, ein Drittel in der jetzigen Abbaueinheit. Wie viele der anderen von den Volksbanken übernommen werden hänge auch davon ab, welche Leistungen die Volksbanken künftig zentral organisieren wollen. Schon bisher habe die ÖVAG 700 Stellen abgebaut.

Koren ist sich sicher, dass auf die Steuerzahler keine weiteren Kosten zukommen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Republik zuschießen muss", sagte er. Alle Anleihen sollen sich über den Abbau finanzieren. Auch eine Auswirkung auf die Staatsschulden sieht er nicht: "Ich wüsste nicht, warum eine private Einheit die sich selbst liquidiert staatsschuldenwirksam werden sollte", darauf würde er sich fast wetten trauen.

(Bild: Neun Regional- und drei Spezialinstitute entstehen. Bild: SN/APA (Punz)/HANS PUNZ)

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16-Jährige wegen versuchten Mordes verurteilt

Do, 02/10/2014 - 16:08

(Von Apa.) Das Mädchen fasste drei Jahre Haft aus, wobei ihr zwei Jahre - mit Auflagen - bedingt nachgesehen werden. Verteidigung und Staatsanwaltschaft kündigten Rechtsmittel an. Keiner der acht Geschworenen erkannte im Handeln der jungen Frau eine Notwehr, wie sie ihr Anwalt vorgebracht hatte. Bei der entscheidenden Abstimmung über Mordversuch oder nicht, fiel das Votum fünf zu drei für einen versuchten Mord aus. Von dem einen Jahr, das die 16-Jährige in Haft verbüßen muss, hat sie bereits rund drei Monate durch ihre Untersuchungshaft hinter sich.

Die beiden bedingt nachgesehenen Haftjahre wurden vom Gericht u.a. mit folgenden Auflagen verbunden: Die Schülerin bekommt Bewährungs- und Erziehungshilfe zur Seite gestellt und sie muss ihren Hauptschulabschluss nachmachen. Außerdem muss sie dem Opfer 1.000 Schmerzensgeld zahlen. Die Verteidigung kündigte gleich nach dem Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, auch die Staatsanwaltschaft will in Strafberufung gehen. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Es war bereits der zweite Prozess in dieser Sache, der am Landesgericht Leoben durchgeführt wurde. Zunächst war die zum Tatzeitpunkt 14-Jährige wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung angeklagt gewesen. Aufgrund der Angaben der Beschuldigten entschied die Einzelrichterin im Jänner, dass sie nicht zuständig sei und der Fall wurde an den Geschworenensenat übergeben.

Die angeklagte Obersteirerin hatte einige Zeit vor dem Vorfall im Mai 2013 "aus disziplinären Gründen" die Schule gewechselt und mit einem der neuen Kollegen und späteren Opfer immer wieder Probleme gehabt: "Er war ein Alphatier, und sie machte ihm diese Stellung streitig", so der Staatsanwalt am ersten Prozesstag am Mittwoch. Es folgten vor allem verbale Beschimpfungen auf Facebook und anderen Plattformen. Dabei standen sich die beiden in nichts nach und bedrohten sich gegenseitig. Er sprach von "aus dem Fenster werfen", sie von "aufschlitzen".

Am Vorabend der Tat kam es wieder zu gegenseitigen Drohungen, und da packte die Schülerin ein Küchenmesser ein. "Ich habe das Messer mitgenommen, weil ich mit ihm reden wollte, falls ich mich wehren muss", hatte die Angeklagte gegenüber der Polizei angegeben. In der Schule provozierte sie den Burschen, schlug ihm die Kappe vom Kopf, er revanchierte sich mit einem Fußtritt in den Bauch und nahm sie in den Schwitzkasten. "Das ist mit der Gefahr des Erstickens verbunden", befand der Verteidiger. Er gab an, seine Mandantin habe aus reiner Notwehr das Messer - das sie zuvor auf der Toilette im Ärmel versteckt hatte - gezückt und "irgendwohin gestochen". Sie traf den 15-Jährigen in den Bauch, die Verletzung war laut Gerichtsmedizinerin nur zufällig nicht tödlich.

Die psychiatrische Sachverständige hatte der 16-Jährigen im Gutachten eine "Störung des Sozialverhaltens" bescheinigt, außerdem eine "Unerreichbarkeit für Erziehungsmaßnahmen". Mittlerweile lebt das Mädchen bei den Großeltern und macht extern den Hauptschulabschluss nach.

(Bild: Die Obersteirerin verletzte Mitschüler schwer. Bild: SN/APA (Gubisch)/ELMAR GUBISCH)

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Wettskandal-Prozess geht in Endrunde - Urteil am Freitag?

Do, 02/10/2014 - 16:06

(Von Apa.) Seit Anfang August hatte das Verfahren an insgesamt 15 Verhandlungstagen den Schöffensenat (Vorsitz: Elisabeth Juschitz) beschäftigt. Auf der Anklagebank saßen die Profi-Spieler Dominique Taboga, Sanel Kuljic und Thomas Zündel sowie sieben weitere Angeklagte. Ihnen wurde vorgeworfen, 18 Bundesliga-Spiele - teilweise nur versuchsweise - manipuliert zu haben. Dabei soll es Absprachen zwischen den Spielern gegeben haben, um zu bestimmten Ergebnissen zu gelangen und damit die Wetten zu beeinflussen.

Staatsanwältin Kathrin Heidinger beschränkte sich darauf, sehr ausführlich die Fakten zusammenzufassen und zuletzt an den Richtersenat zu appellieren: "Zeigen Sie den Angeklagten für ihr Verhalten die Rote Karte." Der Anwalt von Kuljic meinte, es gäbe "höchste Zweifel an der Erpresser-Theorie". Dem ehemaligen Bundesliga-Spieler wurde unter anderem vorgeworfen, seinen Kollegen Taboga erpresst zu haben. "Ich möchte seine Rolle nicht schönreden", so der Anwalt, aber die Anschuldigungen Tabogas hätten seiner Meinung nach nur die Aufmerksamkeit auf Kuljic lenken sollen, und zwar weg von dessen eigenen Verfehlungen.

War Taboga "weitgehend Opfer"? Das sah der Verteidiger Tabogas anders: "Seine Angaben waren die Basis für die Anklage." Außerdem sei sein Mandant "weitgehend Opfer der Organisation, in die er eingebunden war." Er forderte daher eine "außerordentlich milde Strafe", am besten eine, die durch die Untersuchungshaft schon abgedeckt ist. "Er hat schon einen hohen Preis bezahlt. Seine Zukunft als Fußballer durch die lebenslange Sperre, beinahe hätte er auch noch seine Familie verloren", so der Anwalt.

Nach den Plädoyers wird der Schöffensenat am Nachmittag sowie am Freitag beraten. Ein Urteil soll am Freitag frühestens um 11 Uhr erfolgen.

"Betrug am zwölften Mann"In ihrem Eröffnungsvortag Anfang August betonte Staatsanwältin Kathrin Heidinger, dass die Manipulationen bei den Fußballspielen ein "Betrug am zwölften Mann waren, denn die Zuschauer wollen ein spannendes Spiel und nicht Theater vorgesetzt bekommen." Sie schilderte, dass bei 18 Matches zwischen 2004 und 2013 zumindest versucht wurde, das Ergebnis zu beeinflussen.

Der Wettbetrug lief immer gleich ab: Vor dem Spiel war der Ausgang vereinbart worden, teilweise sogar mit genauen Ergebnissen oder Tordifferenzen, erklärte die Anklägerin. Dann wurden Wetten platziert, und zwar vorwiegend bei asiatischen Wettanbietern. "Die Spieler mussten dann die Ergebnisse so unauffällig wie möglich herbeiführen", so Heidinger. Manchmal seien in beiden Mannschaften bestochene Spieler gewesen, um das Ergebnis leichter herbeiführen zu können.

Im Raum stehen noch Drohungen und Nötigungen, mit denen die Spieler veranlasst werden sollten, beim Betrug immer weiter mitzumachen. Taboga soll schließlich Angst - auch um seine Familie - bekommen haben und packte vor der Polizei schließlich aus.

Kuljic will kein Geld bekommen habenEx-Grödig-Kapitän Dominique Taboga, dessen Enthüllungen den Wettskandal ins Rollen brachten, bekannte sich von Prozessbeginn an schuldig. Sein Verteidiger betonte, dass sich die Anklage "fast durchgehend" auf die Angaben seine Mandanten stütze.

Am vierten Prozesstag (13. August) stand der Ex-Bundesliga- und -ÖFB-Team-Spieler Kuljic im Mittelpunkt der Befragungen. Der 37-Jährige soll laut Anklage an der Manipulation von zehn Matches beteiligt gewesen sein, teilweise als Spieler, teilweise soll er nur Abläufe organisiert haben. Angeklagt ist in seinem Fall auch Erpressung und Nötigung.

Spannend wurde es, als Kuljic nach stundenlanger Befragung, bei der penibel die einzelnen Spiele besprochen wurde, plötzlich angab, er habe nie Geld für seine Mitwirkung bekommen. Zunächst hatte er nämlich erklärt, mit 5000 Euro entlohnt worden zu sein. "Warum haben Sie denn an den Manipulationen teilgenommen?", fragte die Richterin. "Weil ich helfen wollte", so der Angeklagte.

Zündel fühlt sich nicht schuldigEx-Kicker Thomas Zündel sitzt ebenfalls auf der Anklagebank. Ihm wird vorgeworfen, an der versuchten Manipulation eines einzigen Spieles im Frühjahr 2013 beteiligt gewesen zu sein. Der 27-Jährige fühlte sich nicht schuldig. Er war zu diesem Zeitpunkt beim SV Grödig unter Vertrag.

Zündel schilderte, wie Taboga ihn wegen einer Absprache kontaktierte. "Er hat gefragt, ob ich an Spielmanipulation interessiert sei, und ich war interessiert", erzählte der Beschuldigte freimütig. Taboga habe ihm gesagt, für ein Spiel "wären 10.000 Euro drin". Taboga habe ihn schließlich zu einem Treffen mit zwei weiteren Angeklagten mitgenommen, dort sei über eine konkrete Manipulation und über das Geld gesprochen worden. Tatsächlich mitmachen wollte er aber nie, versicherte Zündel mehrmals.

Grödig-Manager Christian Haas zeigte sich von seinen ehemaligen Spielern schwer enttäuscht. Für Haas war Zündels Aktion ein "Vertrauensbruch", weshalb er ihn und Taboga kündigte. Andere Mitangeklagte bekannten sich teilweise schuldig.

(Bild: Angeklagt: Die Ex-Grödig-Kicker Taboga (l.) und Zündel. Bild: SN/APA/EPA/HANS PUNZ)

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Eurofighter musste in Innsbruck notlanden

Do, 02/10/2014 - 16:05

(Von Apa.) Die Notlandung des Eurofighters in Innsbruck ist im Rahmen eines "Abfangszenarios" passiert. "Der Pilot ist zu einer Routinekontrolle geflogen", erklärte Heeressprecher Michael Bauer. Dafür sei der Eurofighter zu einem Überschall-Flug gestartet. Im Zuge dessen sei das Warnsignal aufgeleuchtet, und der Pilot habe das Notverfahren eingeleitet, sagte Bauer: "Zunächst hat er das eine Triebwerk abgeschaltet, und dann ist er den Innsbrucker Flughafen angeflogen". Der Eurofighter sei "routinemäßig" gelandet, betonte Bauer. Im vergangenen Jahr seien für derartige Fälle alle zivilen Flughäfen in Österreich angeflogen und entsprechende Landemanöver geübt worden.Untersuchungen stehen ausDie Maschine steht laut Bauer derzeit am Innsbrucker Flughafen. Techniker des Heeres seien auf dem Weg dorthin. Wann mit den ersten Ergebnissen der Untersuchung zu rechnen sei, war vorerst unklar.

Die beiden explosionsartigen Geräusche, die in der Tiroler Landeshauptstadt zu hören waren, stammten laut dem Heeressprecher von dem Überschallflug. Im Stadtgebiet sei sogar eine Schaufensterscheibe zu Bruch gegangen, berichtete ein Tiroler Versicherungsunternehmen."System darf nicht mehr betrieben werden"Für den grünen Sicherheitssprecher Peter Pilz ist der Eurofighter-Notfall in Innsbruck "der letzte Beweis, dass das System Eurofighter in Österreich nicht mehr betrieben werden kann". Er bereite "zum Systemzusammenbruch Eurofighter" die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates vor, kündigte der Abgeordnete in einer Aussendung an.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) war zu Mittag in Innsbruck zu einem Gespräch in Sachen möglicher Kasernenschließungen mit Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zusammengetroffen. Dabei schlug Platter dem Minister laut eigenen Angaben den Ankauf eines Hubschraubers durch das Land Tirol vor. "Wir haben zwar nichts zu verschenken, aber im Interesse der Sicherheit unseres Landes könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das Land einen Hubschrauber ankauft, der weiter vom Bundesheer betrieben wird", erklärt Platter in einer Aussendung.

(Bild: Der Eurofighter musste notlanden. Bild: SN/APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL)

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Täter in Uniform: Ordnungshüter in Mexiko verbreiten Schrecken

Do, 02/10/2014 - 16:04

(Von Sn, Dpa.) Mexikanische Studenten gelten als kampferprobt. Vor allem die angehenden Lehrer aus dem Südwesten des Landes gehen regelmäßig auf die Straße, immer wieder liefern sie sich auch Straßenschlachten mit der Polizei. Doch auch sie dürften die brutale Polizeigewalt nicht erwartet haben, die ihnen bei einer Protestaktion am Wochenende im Bundesstaat Guerrero entgegenschlug.

Die Studenten hatten in der Stadt Iguala mehrere Busse gekapert und wollten in die Provinzhauptstadt Chilpancingo fahren, als mehrere Streifenwagen die Straße blockierten und die Polizisten das Feuer eröffneten. Ohne Warnung und aus allen Richtungen hätten die Beamten auf die Studenten geschossen, berichtete die örtliche Menschenrechtsorganisation Tlachinollan. Zwei junge Leute kamen bei dem blutigen Einsatz ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Mindestens 40 Studenten wurden am frühen Dienstag (Ortszeit) noch immer vermisst.Wird die gesamte Polizei suspendiert?Der örtliche Staatsanwalt Iñaky Blanco kritisierte die unverhältnismäßige Gewalt, 22 Beamte wurden festgenommen. Der Vertreter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Mexiko, Javier Hernández, forderte, die gesamte städtische Polizei von Iguala vom Dienst zu suspendieren und ihre Waffen sicherzustellen. "Ich glaube, in solchen Fällen muss man ein Signal setzen und außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen", sagte er.

Berichte über Mord und Totschlag gehören in Mexiko zum Alltag. Drogenkartelle und andere kriminelle Banden haben einige Teile des Landes in wahre Schlachtfelder verwandelt. Fast täglich kommt es zu Schießereien mit mehreren Toten, immer wieder werden schrecklich verstümmelte Leichen an Straßenkreuzungen gefunden.

Zuletzt rückten allerdings Sicherheitskräfte selbst immer mehr ins Visier von Ermittlern. Der prominenteste Fall ist das mutmaßliche Militär-Massaker von Tlatlaya: Soldaten sollen Ende Juni in der Ortschaft im Bundesstaat México 21 Bandenmitglieder aus nächster Nähe erschossen haben, nachdem diese sich bereits ergeben haben sollen."Willkürliche Tötungen""Die mexikanische Regierung muss alle Fälle willkürlicher Tötungen intensiv untersuchen und bestrafen", sagte der UN-Sonderberichterstatter für nicht-legale Hinrichtungen, Christof Heyns. "Jede Art von exzessiver und unverhältnismäßiger Gewalt, die zum Tod von Menschen führt, ist illegal."

Der Amerika-Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, José Miguel Vivanco, sprach vom "möglicherweise schlimmsten Massaker in Mexiko seit vielen Jahren". Acht Soldaten wurden mittlerweile festgenommen. Er werde die Wahrheit ans Licht bringen, wie auch immer sie aussehe, versprach Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam.

Menschenrechtsaktivisten begrüßten die Ermittlungen zwar, machten aber auch auf grundlegende Defizite bei den mexikanischen Sicherheitskräften aufmerksam. Erst Anfang des Monats hatte Amnesty International den Einsatz der Streitkräfte im Inneren scharf kritisiert. Die Soldaten seien für polizeiliche Aufgaben nicht ausgebildet und begingen im sogenannten Drogenkrieg gegen die Kartelle zahlreiche Menschenrechtsverletzungen.Schlecht bezahlt und chancenlosVor allem in den örtlichen und staatlichen Polizeieinheiten ist die Frustration oft groß. Die Beamten werden schlecht bezahlt und sind den kriminellen Banden meist hoffnungslos unterlegen. Aber selbst die besser ausgerüsteten Streitkräfte haben es im Kampf gegen die Kartelle mit einem Gegner zu tun, der wie eine Kriegspartei agiert.

In den Reihen des Militärs regt sich auch Widerstand gegen den Einsatz im Inneren. Soldaten fühlen sich falsch eingesetzt und als Opfer einer unklaren Rechtslage: "Sie wollen, dass wir auf die Straße gehen und gegen das Verbrechen kämpfen, obwohl das nicht unser verfassungsmäßiger Auftrag ist", schreibt ein Nutzer in einem Portal für Soldaten im sozialen Netzwerk Facebook. "Aber unsere Lage beachten sie dabei nicht. Niemand hat uns gesagt, dass wir ins Gefängnis müssen, weil wir Verbrecher töten. Das ist der größte Verrat, der uns angetan wurde."

(Bild: In Mexiko kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Drogenkartellen. Doch auf welcher Seite stehen die Ordnungshüter? Bild: SN/EPA)

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Ebola: Viele Opfer und einige Gewinner

Do, 02/10/2014 - 16:03

(Von Apa/dpa.) Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds befürchten einen "katastrophalen" Rückgang von Wirtschaft und Handel in diesen ohnehin fragilen westafrikanischen Ländern. Allein in Liberia könne im kommenden Jahr das Bruttoinlandsprodukt im zweistelligen Prozentbereich absacken, in Sierra Leone um fast 9 und in Guinea immerhin noch um 2,3 Prozent.

Liberias Handelsminister Axel Addy fordert deshalb raschere internationale Hilfe im Kampf gegen Ebola. "Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit", sagte er. Die Epidemie habe alle Bereiche der Wirtschaft erfasst, die voriges Jahr noch um acht Prozent gewachsen war. Die Ausfuhr von Eisenerz und Latex, den beiden Hauptexportprodukten, sei fast zum Erliegen gekommen. Gefährdet sei auch die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. Die Vorräte an Reis drohten Ende November auszugehen.Zwei Millionen in QuarantäneÄhnlich sieht es in Sierra Leone aus. Weite Teile des Landes wurden zu Quarantänezonen erklärt - in ihnen leben mehr als zwei Millionen Menschen. Bauern können ihre Produkte deshalb vielerorts nicht mehr auf die Märkte oder zu Zwischenhändlern bringen. "Diese Sachen verderben schnell, und wenn wir sie nicht verkaufen können, haben wir selbst bald nichts mehr zu essen", sagt die Bäuerin Kadiatu Kamara im isolierten Distrikt Port Loko. "Unser Geschäft liegt am Boden, das bisschen Essen, das wir noch haben, ist bald aufgebraucht", klagt der Kleinwarenhändler Alhaji Mansaray.Onlinehandel ist Ebola-GewinnerJedoch gibt es in der Ebola-Krise nicht nur Verlierer. In Nigeria, dem mit mehr als 170 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Afrikas, boomt wegen Ebola der Online-Handel. Bei Jumia, dem größten E-Commerce-Unternehmen des Landes, haben sich die Auftragseingänge für Waren des täglichen Bedarfs seit dem Virusausbruch verdreifacht. Starke Zuwächse verbuchten auch die Konkurrenzfirmen Konga und Kaymu.

Zwar registrierte das Riesenland bisher nur acht der weit mehr als 3300 Ebola-Todesfälle in Westafrika. Aber die Schreckensbilder sterbender Menschen aus den Hauptstädten von Liberia und Sierra Leone, Monrovia und Freetown, hätten viele Nigerianer veranlasst, große Menschenansammlungen auf Märkten oder in Shopping Malls zu meiden, berichtete das Magazin "The Economist". Die Online-Händler profitieren nach eigenen Angaben auch durch eine stark gestiegene Nachfrage nach Sanitär- und Desinfektionsmitteln.Harmlose "Gewinnler" Eine ganz besondere Sorte "Ebolagewinnler" sind auch jene, die in dieser Situation gezielt auf Aktien oder Optionen von Unternehmen setzen, deren Umsätze durch die Krise steigen könnten. Anteilsscheine der kanadischen Biotech-Firma Tekmira Pharmaceuticals etwa sind in den vergangenen Wochen um mehr als 20 Prozent nach oben gegangen. Tekmira gehört zu jenen Unternehmen, die an Impfstoffen gegen Ebola arbeiten. Zehntausende Dosen hofft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis spätestens Anfang 2015 bereitstellen zu können.

Beim Börsenbroker Lynx hieß es dazu, man drücke "natürlich weiterhin fest die Daumen, dass hier schon bald ein brauchbares, zuverlässiges und vor allem für die Bevölkerung günstiges" Mittel auf den Markt komme. Die Tekmira-Aktie befinde sich "technisch noch immer in einer sauberen Aufwärtsbewegung".Skrupellose SpekulantenSkrupellos spekuliert wird sogar mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln, sogenannten Futures. Diese dürften sich im Falle einer weiteren Ausbreitung der Epidemie rapide verteuern. Deutlich gestiegen ist etwa der Kurs von Kakao.

Was das mit Ebola zu tun hat, erklärt das "Wall Street Journal" so: 60 Prozent der weltweiten Produktion komme aus den Ländern Elfenbeinküste und Ghana. Und die Elfenbeinküste, Ghanas Nachbar, habe unkontrollierte Grenzen zu den Ebola-Ländern Liberia und Guinea. Sollte die Krankheit die Kakao-Regionen erreichen, könne die Produktion einbrechen. "Das letzte Mal, als die Exporte aus der Elfenbeinküste zum Stillstand kamen - während einer Bürgerkriegsphase Ende 2010 und Anfang 2011 - gingen die Preise für Kakao-Terminkontrakte um bis zu 32 Prozent nach oben."

(Bild: Stiefel bei der Freiluft-Desinfektion. Der Bedarf an Hygiene-Artikel ist enorm gestiegen, der Onlinehandel damit boomt. Bild: SN/APA/EPA/AHMED JALLANZO)

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Erbitterter Streit um Alpenvereinshütte im Lungau

Do, 02/10/2014 - 15:54

(Von Sn, Apa.) Ein deutscher Unternehmer wirft dem Alpenverein vor, bei den Arbeiten die Natur mit Füßen getreten zu haben und deckte den Verein seit 2013 mit einem Dutzend Klagen ein. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Salzburg setzte sich der Alpinverein nun zur Wehr.

Die alte Franz-Fischer-Hütte in 2020 Metern Höhe wurde im Jahr 2013 fast völlig abgerissen und wesentlich kleiner wieder errichtet. Das Grundstück, auf dem der Bau steht, befindet sich inmitten der 337 Hektar großen Alm des deutschen Unternehmers Marc-Eric Mullikas, der in Hongkong lebt und arbeitet. Seine Familie hatte dem Alpenverein den Grund vor Jahrzehnten selbst geschenkt. Mullikas zufolge hätten die Nutzung eines Zufahrtswegs während des Neubaus und die Errichtung einer Wasserleitung und einer Quellfassung massive Zerstörungen in der Landschaft zur Folge gehabt. Außerdem seien Arbeiten ohne Bewilligung und ohne seine Zustimmung erfolgt. Nach einer Reihe von Anzeigen forderte er jüngst in einer Schadenersatzklage 232.000 Euro."Mullikas klagt nur, um uns zu schikanieren""Mullikas klagt nur, um uns zu schikanieren. Und es geht um unseren Ruf als alpine Umweltschutzorganisation", betonte Robert Renzler, Generalsekretär des ÖAV, am Donnerstag in Salzburg. Er vermutet, dass der Unternehmer den Verein und die Bevölkerung aus dem Tal heraushaben wolle und warf dem Deutschen "feudalistische Allüren" vor. "Er hat ja ursprünglich angeboten, den Neubau der Hütte zu finanzieren. Dafür wollte er sie aber in sein Totaleigentum übernehmen und sich ein Mitspracherecht bei der Nutzung sichern."

Die Alpenvereinssektion Lungau besitzt ein Servitut an der Zufahrt zur Hütte, ein ersessenes Recht auf die Nutzung der Wasserquelle sowie eine wasserrechtliche Bewilligung, einen nahen See für ein Kleinwasserkraftwerk zu nutzen. Für den Bau lägen ein rechtskräftiger Baubescheid samt naturschutzrechtlicher Genehmigungen vor. "Sämtliche Verwaltungsstrafverfahren, die Mullikas angestrebt hat, wurden mit 11. August eingestellt", so Renzler. Doch mittlerweile ist erneut eine Strafanzeige bei der Justiz eingetrudelt - wegen vorsätzlicher Beeinträchtigung der Umwelt.Mullikas: Keine intensive touristische Nutzung"Meinem Mandanten geht es vor allem darum, dass keine intensive touristische Nutzung stattfindet", sagte ein Anwalt Mullikas' am Donnerstag gegenüber der APA. "Der ÖAV hat selbstständig zu bauen begonnen und ohne zu fragen auf dem Grund von Herrn Mullikas Baumaschinen und Material abgestellt. Unter dem schwerem Gerät hat auch der Zufahrtsweg gelitten." Die Behörde habe dem Alpenverein darum eine Renaturierung der Schäden vorgeschrieben.

Eine solche sei ohnehin geplant gewesen, ärgerte sich Renzler und spricht von einem Schildbürgerstreich: "Durch die Verfahren wurde ein Baustopp verfügt. Das hatte zur Folge, dass wir erst seit gut einem Monat renaturieren können." Für die Nichtwiedergutmachung der Schäden trage damit "zum größten Teil Herr Mullikas selbst die Verantwortung".

Zumal sei die Wasserleitung (fünf Zentimeter Durchmesser) nicht neu verlegt, sondern nur saniert worden, sagte auch Georg Unterberger vom Referat für Hütten und Wege des ÖAV. Auch der Zufahrtsweg habe immer schon bestanden. Mullikas nutze ihn selbst, um zu seiner Jagdhütte zu kommen. Außerdem habe der deutsche Unternehmer selbst viel schwereres Gerät auf der Straße eingesetzt, als der Alpenverein beim Bau, argumentierte Unterberger und legte Beweisfotos vor. "Wir sind mit keinem schwereren Gerät zugefahren, als Herr Mullikas auch."Die Fronten sind verhärtetUnd obwohl der Anwalt des Unternehmers betonte, intensiv an einem Vergleich zu arbeiten, scheinen die Fronten verhärtet. Bisher scheiterten alle Versuche, den Konflikt gütlich beizulegen. Dabei sah es schon einmal recht gut aus. Bei einem Mediationsgespräch im Beisein von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) habe man sich darauf geeinigt, sämtliche Streitigkeiten außergerichtlich beizulegen und sei im Guten auseinandergegangen, sagte Renzler: "Doch kurz vor der Unterzeichnung ist dann die Anzeige ins Haus geflattert, die Sektion Lungau des Alpenvereins möge aufgelöst werden."

(Bild: Um den Neubau tobt ein Rechtsstreit zwischen dem Alpenverein und seinem Nachbarn. Bild: SN/burgi löcker)

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Die Toten Hosen und Motörhead bei Nova Rock 2015

Do, 02/10/2014 - 14:58

(Von Apa.) Weiters wurden die Shows von Farin Urlaub Racing Team, In Flames, Kraftklub, Papa Roach und Life Of Agony bestätigt. Außerdem werden Jennifer Rostock, Asking Alexandria und The Sword die Pannonia Fields beehren.

Eingefleischte Nova Rocker dürften bereits geahnt haben, dass es demnächst die ersten Band-Infos geben wird, als es vor wenigen Tagen hieß, dass die sogenannten Early-Bird-Tickets - also Frühbuchertickets - nicht mehr lange erhältlich sein werden. Wer jetzt Karten kauft, kommt laut Veranstalter dennoch in den Genuss von vergünstigten Karten. Das "Friends Of Nova Rock"-Ticket ist für kurze Zeit erhältlich.

(Bild: Festival findet zum 11. Mal statt. Bild: SN/APA (Archiv/P. Oczeret)/HERBERT)

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Putin sieht Land gegen "dumme" Sanktionen gerüstet

Do, 02/10/2014 - 14:55

(Von Apa/ag.) Auf Befürchtungen von einigen Unternehmern, die Sanktionen trieben Russland in die Isolation, erwiderte er vor einer Frage-und-Antwort-Runde: "Ich muss nur lächeln, um zu zeigen, dass der Teufel nicht so beängstigend ist, wie er scheint." Russland sei Teil der Weltwirtschaft und halte sich im Gegensatz zu anderen an die Regeln. Er hoffe, dass die Zeit der Missverständnisse bald zu Ende sei.

Putin ermutigte die Firmen, ihre Fühler weiter in den Osten auszustrecken. Vor allem hob er China hervor. Er kündigte an, die Abhängigkeit Russlands vom Dollar senken zu wollen. Im Handel mit China und anderen Ländern soll künftig mit den jeweiligen nationalen Währungen bezahlt werden. Das sei ein ernsthaftes Instrument, um Risiken zu drosseln. Im weltweiten Handel dominiert der Dollar.

Verstaatlichungen von Firmen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion privatisiert worden waren, stünden nicht auf der Agenda, bekräftigte Putin. Er versicherte zudem, trotz des Kursverfalls des Rubels keine Schranken gegen Kapitalflucht zu setzen. "Wir planen nicht, irgendwelche Beschränkungen für Devisen oder für Kapitalbewegungen einzuführen", sagte er. Der Rubel war diese Woche auf ein Rekordtief zum Dollar gefallen.

Auch die russische Zentralbank bekräftigte, Devisenflüsse nicht begrenzen zu wollen. Selbst wenn der Ölpreis im Extremfall auf 60 Dollar (47,61 Euro) je Barrel sinken sollte, sei dies keine Option, sagte Notenbank-Chefin Elwira Nabiullina am Rande der Konferenz. Laut Experten droht Russland bei einem solchen Preissturz um ein Drittel eine tiefe Rezession. Das Öl- und Gasgeschäft macht rund die Hälfte der Staatseinnahmen in dem rohstoffreichen Schwellenland aus. Die Regierung geht bei ihren Haushaltsplanungen von einem Ölpreis von 100 Dollar aus.

Die in Russland hauptsächlich verkaufte Sorte Urals hat sich jedoch bereits auf rund 90 Dollar verbilligt. Der Preisverfall sorgte am dortigen Aktienmarkt für Verkäufe und drückte den Leitindex der Moskauer Börse am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten.

Wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt hat der Westen gegen das Land Sanktionen verhängt, die mit zum Kursverfall des Rubels führten. Anleger reagierten aber erleichtert auf die mehrfachen Ankündigen, dass die russische Regierung keine Maßnahmen gegen Kapitalflucht ergreifen will. Zudem haben sich die Konjunkturaussichten eingetrübt. Der IWF rechnet für 2015 nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum.

(Bild: Putin will wirtschaftliche Unabhängigkeit. Bild: SN/APA (epa)/MAXIM SHIPENKOV)

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EZB will Schrottpapiere kaufen, Proteste gegen Krisenpolitik

Do, 02/10/2014 - 14:52

(Von Apa/dpa.) Die Notenbank werde aber vorsichtig vorgehen, versicherte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag nach der auswärtigen Sitzung des EZB-Rates im süditalienischen Neapel. "Wir glauben, dass unsere Maßnahmen einen spürbaren Effekt haben werden", betonte Draghi. Das Geld im Euroraum machten Europas Währungshüter indes nicht noch billiger: Nach der überraschenden Zinssenkung von 0,15 auf 0,05 Prozent im September verharrt der Leitzins auf diesem Rekordtief. Der Strafzins für bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparktes Geld bleibt bei 0,2 Prozent.

In der zweiten Oktoberhälfte will die EZB mit dem Erwerb von Pfandbriefen (Covered Bonds) beginnen. Im vierten Quartal folgt der Einstieg in den Kauf von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities/ABS). Beide Programme sollen zwei Jahre laufen.

ABS funktionieren so: Kredite werden gebündelt, das Paket wird als Wertpapier an Investoren weiterverkauft. Dadurch werden Risiken breiter gestreut - aber gleichzeitig auch verschleiert. Solche Kreditpakete gelten als Mitauslöser der Finanzkrise 2007/2008. Die EZB argumentiert, europäische Papiere seien viel seltener ausgefallen als US-Papiere.

Im Rahmen ihres neuen Programms ist die EZB bereit, auch ABS-Papiere zu erwerben, die aus Ländern mit einem Kreditrating von weniger als "BBB-" kommen - die also von den Ratingagenturen als Ramsch bewertet werden. Dazu zählen beispielsweise Griechenland und Zypern. Zum Umfang der beiden Kaufprogramme machte die EZB keine genauen Angaben. Das theoretisch mögliche Volumen von einer Billion Euro dürfte die Notenbank aber nicht ausschöpfen, sagte Draghi. Mit den Käufen will die EZB Banken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn kritisierte das Vorhaben erneut scharf: "Die EZB wird damit vollends zu einer Bail-out-Behörde und einer Bad Bank Europas", ließ Sinn in München erklären. "Die EZB will offenbar auch Schrott kaufen und erhöht auf diese Weise die Belastung für die Steuerzahler, wenn es Ausfälle gibt."

Dem Vernehmen nach soll es zu den ABS zwei Gegenstimmen im EZB-Rat gegeben haben, war aus Finanzkreisen zu erfahren. Dabei soll es sich um Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny gehandelt haben.

Draghi betonte: Sollten wegen einer zu lange andauernden Phase niedriger Inflationsraten weitere Schritte nötig sein, sei der EZB-Rat einig, notfalls "weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen unseres Mandats zu ergreifen". Denkbar ist etwa der breitangelegte Kauf von Anleihen ("Quantitative Easing"/QE).

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) warnte: "Eines muss klar sein: Das ABS-Programm darf nicht der Einstieg in ein breit angelegtes Quantitative Easing sein, was dann auch den Ankauf von Staatsanleihen umfassen würde. Das wäre der Schritt hin in die Staatsfinanzierung und würde das Mandat der EZB endgültig überdehnen."

Seit Monaten liegt die Jahres-Teuerung in den 18 Ländern mit der Gemeinschaftswährung deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent. Im September fiel die Inflation im Euroraum auf 0,3 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren - Österreich freilich wies zuletzt wiederholt eine der höchsten Teuerungsraten im Euroraum bzw. der EU auf. Hartnäckig hält sich für Europa insgesamt aber die Sorge vor einer Deflation, also einem für die Konjunktur gefährlichen Preisverfall auf breiter Front.

Draghi betonte: "Unser Inflationsziel ist der Maßstab, an dem wir alle unsere Maßnahmen und alles, was wir künftig tun, messen." Noch stimuliere die jüngste Geldflut die Wirtschaft nicht so deutlich wie gewünscht. Die EZB zweifele aber nicht an der Wirksamkeit. Draghi mahnte gleichwohl: "Wir brauchen auch Strukturreformen."

Der EZB-Rat tagt turnusgemäß zwei Mal jährlich außerhalb Frankfurts. In Neapel protestierten am Donnerstag nach Angaben der italienische Nachrichtenagentur Ansa einige Tausend Menschen gegen die Folgen der Anti-Krisenpolitik in Europa und die EZB-Maßnahmen. Die Veranstalter sprachen von 4.000 Teilnehmern. Einsatzkräfte gingen mit Wasserwerfern vor. Ein Demonstrant wurde festgenommen, weil er versucht hatte, auf das streng abgeriegelte EZB-Tagungsgelände zu gelangen.

(Bild: Draghi verkündete die Entscheidung in Neapel. Bild: SN/APA/EPA/CIRO DE LUCA)

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Bei Abfangszenario: Eurofighter musste in Innsbruck notlanden

Do, 02/10/2014 - 14:42

(Von Apa.) Die Notlandung des Eurofighters in Innsbruck ist im Rahmen eines "Abfangszenarios" passiert. "Der Pilot ist zu einer Routinekontrolle geflogen", erklärte Heeressprecher Michael Bauer. Dafür sei der Eurofighter zu einem Überschall-Flug gestartet. Im Zuge dessen sei das Warnsignal aufgeleuchtet, und der Pilot habe das Notverfahren eingeleitet, sagte Bauer: "Zunächst hat er das eine Triebwerk abgeschaltet, und dann ist er den Innsbrucker Flughafen angeflogen". Der Eurofighter sei "routinemäßig" gelandet, betonte Bauer. Im vergangenen Jahr seien für derartige Fälle alle zivilen Flughäfen in Österreich angeflogen und entsprechende Landemanöver geübt worden.Untersuchungen stehen ausDie Maschine steht laut Bauer derzeit am Innsbrucker Flughafen. Techniker des Heeres seien auf dem Weg dorthin. Wann mit den ersten Ergebnissen der Untersuchung zu rechnen sei, war vorerst unklar.

Die beiden explosionsartigen Geräusche, die in der Tiroler Landeshauptstadt zu hören waren, stammten laut dem Heeressprecher von dem Überschallflug. Im Stadtgebiet sei sogar eine Schaufensterscheibe zu Bruch gegangen, berichtete ein Tiroler Versicherungsunternehmen."System darf nicht mehr betrieben werden"Für den grünen Sicherheitssprecher Peter Pilz ist der Eurofighter-Notfall in Innsbruck "der letzte Beweis, dass das System Eurofighter in Österreich nicht mehr betrieben werden kann". Er bereite "zum Systemzusammenbruch Eurofighter" die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates vor, kündigte der Abgeordnete in einer Aussendung an.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) war zu Mittag in Innsbruck zu einem Gespräch in Sachen möglicher Kasernenschließungen mit Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zusammengetroffen. Dabei schlug Platter dem Minister laut eigenen Angaben den Ankauf eines Hubschraubers durch das Land Tirol vor. "Wir haben zwar nichts zu verschenken, aber im Interesse der Sicherheit unseres Landes könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das Land einen Hubschrauber ankauft, der weiter vom Bundesheer betrieben wird", erklärt Platter in einer Aussendung.

(Bild: Der Eurofighter musste notlanden. Bild: SN/APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL)

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Ebola: Dutzende hatten Kontakt zu US-Patient

Do, 02/10/2014 - 14:40

(Von Apa/dpa/ag.) Statt 18 Personen könnten es bis zu 80 gewesen sein, berichtete der US-Sender NBC am Donnerstag unter Berufung auf den Gesundheitsdienst in Dallas. Vier Familienangehörige des Patienten wurden angewiesen, als Vorsichtsmaßnahme ihre Wohnung nicht zu verlassen.

Der Erkrankte selbst befindet sich auf einer Isolierstation in Dallas in einem kritischen Zustand. Ende September war das Virus bei dem Liberianer in Dallas diagnostiziert worden, der sich in seinem Heimatland angesteckt hatte und für einen Familienbesuch in Texas aufhielt. Da er vor seinem Abflug in die USA keine Symptome der Krankheit gezeigt habe, könne von einem Versagen der Flughafenkontrollen in Monrovia keine Rede sein, erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC.

Allerdings wirft der Fall kein gutes Licht auf die medizinische Erstversorgung in Texas: Denn der Mann hatte wegen seiner Beschwerden schon am 25. September eine Klinik aufgesucht und auf Nachfrage der zuständigen Krankenschwester bejaht, gerade erst aus Afrika eingereist zu sein. Trotzdem schickte sie ihn wieder nach Hause, weil die Ärzte nach Angaben der Gesundheitsbehörden seine Unterleibsschmerzen und niedrigen Fieberwerte als typische Symptome einer "üblichen Virus-Erkrankung" werteten.

Erst drei Tage später wurden die Beschwerden so schlimm, dass er erneut mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht und schließlich unter Quarantäne gestellt wurde. Drei Rettungssanitäter wurden später negativ auf Ebola getestet, stehen wegen der bis zu dreiwöchigen Inkubationszeit aber weiter unter Beobachtung. Da der Infizierte vor der Einweisung ins Krankenhaus auch Kontakt zu Schülern hatte, wurden mehrere Kinder vorsichtshalber vom Unterricht ausgeschlossen und untersucht. Die US-Gesundheitsbehörden forderten die Krankenhäuser auf, Lehren aus dem Vorgehen in Dallas zu ziehen.

Liberias Regierung äußerte ihr "Bedauern" darüber, dass trotz strikter Sicherheitsvorkehrungen in Monrovia nun auch in den USA ein Ebola-Fall aufgetaucht sei. Der Vorfall dokumentiere "die klare internationale Dimension dieser Ebola-Krise", erklärte das liberianische Informationsministerium am Donnerstag. Auf Liberia entfallen fast zwei Drittel der mehr als 3.300 in Westafrika registrierten Ebola-Toten. Die anderen beiden Krisenzentren sind Guinea und Sierra Leone.

In Deutschland könnte indes demnächst womöglich ein zweiter Ebola-Patient aus Westafrika behandelt werden. Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main bereitet sich nach Angaben einer Sprecherin vom Donnerstag auf die Ankunft eines Erkrankten vor. "Wir erwarten einen Patienten."

Weitere Informationen würden am Freitag auf einer Pressekonferenz gegeben, sagte sie. Nähere Angaben zu den Hintergründen machte die Sprecherin nicht.

Einer Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums zufolge war der Transport des Patienten allerdings noch ungewiss. "Die Flugfähigkeit ist nicht geklärt", sagte sie am Donnerstag in Wiesbaden. Eine ursprünglich für Donnerstag geplante Pressekonferenz wurde wieder abgesagt. Auch aus dem Ministerium gab es keine Details zur Art der Behandlungsanfrage oder dem Patienten selbst.

Inzwischen weist die Seuchenstatistik laut Liberias Staatsführung allerdings "eine Stabilisierung" der Infektionsrate aus: Die Zahl der Menschen, die mit Gesundheitsbeschwerden in Behandlungszentren vorsprächen, steige nicht mehr so schnell wie bisher, sagte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Es bestehe also die Hoffnung, "dass wir endlich auf dem Lösungsweg sind".

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht leichte Anzeichen für eine Besserung der Ebola-Situation in Westafrika. In den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sei die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen die zweite Woche in Folge gesunken, teilte die Organisation in Genf mit. Grund für den Rückgang sei in erster Linie Monrovia. In der vergangenen Woche sei in der Hauptstadt Liberias keine einzige Neuerkrankung gemeldet worden. Allerdings würden nicht alle Infektionen den Behörden mitgeteilt, hieß es weiter.

Mindestens 1.500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen Anfang 2015 für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Kanada spendete der Weltgesundheitsorganisation die Substanz, die erstmals in den nächsten Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten Erfolg versprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien.

Unterdessen hat die neue Ebola-Mission der UNO (Unmeer) für Westafrika am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen. Der Unmeer-Sonderbeauftragte Anthony Banbury verschaffte sich in Monrovia ein Bild von der Lage und sollte anschließend nach Guinea und Sierra Leone weiterreisen.

Die kubanische Regierung entsandte indes ein erstes Kontingent von 165 Helfern. 63 Ärzte und 102 Krankenpfleger reisten am Vorabend nach Sierra Leone, berichtete die Parteizeitung "Granma" am Donnerstag.

(Bild: Vermehrt Kritik an texanischer Klinik. Bild: SN/APA (epa)/RICHARD RODRIGUEZ)

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Ebola: US-Behörden durchkämmen Dallas nach Kranken

Do, 02/10/2014 - 12:56

(Von Apa/dpa.) Ende September war das Virus bei dem Liberianer in Dallas diagnostiziert worden, der sich in seinem Heimatland angesteckt hatte und für einen Familienbesuch in Texas aufhielt. Da er vor seinem Abflug in die USA keine Symptome der Krankheit gezeigt habe, könne von einem Versagen der Flughafenkontrollen in Monrovia keine Rede sein, erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC.

Allerdings wirft der Fall kein gutes Licht auf die medizinische Erstversorgung in Texas: Denn der Mann hatte wegen seiner Beschwerden schon am 25. September eine Klinik aufgesucht und auf Nachfrage der zuständigen Krankenschwester bejaht, gerade erst aus Afrika eingereist zu sein. Trotzdem schickte sie ihn wieder nach Hause, weil die Ärzte nach Angaben der Gesundheitsbehörden seine Unterleibsschmerzen und niedrigen Fieberwerte als typische Symptome einer "üblichen Virus-Erkrankung" werteten.

Erst drei Tage später wurden die Beschwerden so schlimm, dass er erneut mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht und schließlich unter Quarantäne gestellt wurde. Drei Rettungssanitäter wurden später negativ auf Ebola getestet, stehen wegen der bis zu dreiwöchigen Inkubationszeit aber weiter unter Beobachtung. Da der Infizierte vor der Einweisung ins Krankenhaus auch Kontakt zu Schülern hatte, wurden mehrere Kinder vorsichtshalber vom Unterricht ausgeschlossen und untersucht.

Liberias Regierung äußerte ihr "Bedauern" darüber, dass trotz strikter Sicherheitsvorkehrungen in Monrovia nun auch in den USA ein Ebola-Fall aufgetaucht sei. Der Vorfall dokumentiere "die klare internationale Dimension dieser Ebola-Krise", erklärte das liberianische Informationsministerium am Donnerstag. Auf Liberia entfallen fast zwei Drittel der mehr als 3.300 in Westafrika registrierten Ebola-Toten. Die anderen beiden Krisenzentren sind Guinea und Sierra Leone.

In Deutschland könnte indes demnächst womöglich ein zweiter Ebola-Patient aus Westafrika behandelt werden. Das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main bereitet sich nach Angaben einer Sprecherin vom Donnerstag auf die Ankunft eines Erkrankten vor. "Wir erwarten einen Patienten."

Weitere Informationen würden am Freitag auf einer Pressekonferenz gegeben, sagte sie. Nähere Angaben zu den Hintergründen machte die Sprecherin nicht.

Einer Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums zufolge war der Transport des Patienten allerdings noch ungewiss. "Die Flugfähigkeit ist nicht geklärt", sagte sie am Donnerstag in Wiesbaden. Eine ursprünglich für Donnerstag geplante Pressekonferenz wurde wieder abgesagt. Auch aus dem Ministerium gab es keine Details zur Art der Behandlungsanfrage oder dem Patienten selbst.

Inzwischen weist die Seuchenstatistik laut Liberias Staatsführung allerdings "eine Stabilisierung" der Infektionsrate aus: Die Zahl der Menschen, die mit Gesundheitsbeschwerden in Behandlungszentren vorsprächen, steige nicht mehr so schnell wie bisher, sagte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Es bestehe also die Hoffnung, "dass wir endlich auf dem Lösungsweg sind".

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht leichte Anzeichen für eine Besserung der Ebola-Situation in Westafrika. In den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sei die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen die zweite Woche in Folge gesunken, teilte die Organisation in Genf mit. Grund für den Rückgang sei in erster Linie Monrovia. In der vergangenen Woche sei in der Hauptstadt Liberias keine einzige Neuerkrankung gemeldet worden. Allerdings würden nicht alle Infektionen den Behörden mitgeteilt, hieß es weiter.

Mindestens 1.500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen Anfang 2015 für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Kanada spendete der Weltgesundheitsorganisation die Substanz, die erstmals in den nächsten Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten Erfolg versprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien.

Unterdessen hat die neue Ebola-Mission der UNO (Unmeer) für Westafrika am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen. Der Unmeer-Sonderbeauftragte Anthony Banbury verschaffte sich in Monrovia ein Bild von der Lage und sollte anschließend nach Guinea und Sierra Leone weiterreisen.

(Bild: Vermehrt Kritik an texanischer Klinik. Bild: SN/APA (epa)/RICHARD RODRIGUEZ)

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DNA-Vergleich: Wolf tötete vier Schafe in St. Gilgen

Do, 02/10/2014 - 12:35

(Von Sn, Apa.) Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich laut Landesveterinärdirektor Josef Schöchl um denselben Wolf, der schon im August auf der Illingerbergalm im Zwölferhorngebiet zwei Schafe gerissen hat.

Die im September entnommenen Proben wurden in einem Spezial-Labor in Lausanne in der Schweiz untersucht und mit den Proben von August verglichen. Noch ist aber nicht geklärt, um welches Wolfsindividuum es sich handelt. Weitere Untersuchungen sollen Aufschlüsse über das Geschlecht, das Alter und die Herkunft des Tieres ergeben. Ein Ergebnis könnte laut Schöchl in zwei bis drei Wochen vorliegen.Zwei bis acht Wölfe in Österreich Die Proben von dem ersten Fall im August seien diesbezüglich nicht auswertbar gewesen, man habe das Individuum nicht feststellen können, erklärte der Landesveterinärdirektor. Aus einem Bericht der Europäischen Kommission geht hervor, dass sich in Österreich zwei bis acht Wölfe aufhalten. Der Wolf zählt zu den geschützten Tierarten.Bär-Attacke im Lungau: Auswertung der FotofallenSeit der Tötung von insgesamt vier Schafen in St. Gilgen habe es keine Hinweise mehr auf einen Wolf in Salzburg gegeben, sagte Schöchl. Und auch jener Braunbär, der am 23. September einen 71-jährigen Landwirt auf einer Alm bei Thomatal im Lungau attackiert haben soll, sei seither nicht mehr gesichtet worden. Vermutet wird, dass der Bär weitergezogen ist. Das Bildmaterial aus den drei aufgestellten Fotofallen im Lungau soll kommendes Wochenende oder am Montag ausgewertet werden.

(Bild: Vermutlich derselbe Wolf tötete in St. Gilgen vier Schafe (Symbolbild). Bild: SN/apa (dpa/archiv))

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Eurofighter musste in Innsbruck notlanden

Do, 02/10/2014 - 12:15

(Von Apa.) Kurz nach 14.30 Uhr waren in der Tiroler Landeshauptstadt zwei laute Explosionsgeräusche zu hören. Bei Feuerwehr und Polizei gingen zahlreiche Anrufe besorgter Bürger ein. Zunächst war auch die Innsbrucker Feuerwehr zu einer Explosion in der Innstraße gerufen worden. Nachträglich stellte sich dies aber als Fehlalarm heraus. Die Explosionsgeräusche dürften auf den Vorfall mit dem Eurofighter zurückzuführen sein.

(Bild: Neue Aufregung um die Eurofighter (Archivbild). Bild: SN/APA (Archiv/Neubauer)/HERBERT NE)

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Wettskandal-Prozess geht in Endrunde - Urteil am Freitag?

Do, 02/10/2014 - 12:11

(Von Apa.) Seit Anfang August hatte das Verfahren an insgesamt 15 Verhandlungstagen den Schöffensenat (Vorsitz: Elisabeth Juschitz) beschäftigt. Auf der Anklagebank saßen die Profi-Spieler Dominique Taboga, Sanel Kuljic und Thomas Zündel sowie sieben weitere Angeklagte. Ihnen wurde vorgeworfen, 18 Bundesliga-Spiele - teilweise nur versuchsweise - manipuliert zu haben. Dabei soll es Absprachen zwischen den Spielern gegeben haben, um zu bestimmten Ergebnissen zu gelangen und damit die Wetten zu beeinflussen.

Staatsanwältin Kathrin Heidinger beschränkte sich darauf, sehr ausführlich die Fakten zusammenzufassen und zuletzt an den Richtersenat zu appellieren: "Zeigen Sie den Angeklagten für ihr Verhalten die Rote Karte." Der Anwalt von Kuljic meinte, es gäbe "höchste Zweifel an der Erpresser-Theorie". Dem ehemaligen Bundesliga-Spieler wurde unter anderem vorgeworfen, seinen Kollegen Taboga erpresst zu haben. "Ich möchte seine Rolle nicht schönreden", so der Anwalt, aber die Anschuldigungen Tabogas hätten seiner Meinung nach nur die Aufmerksamkeit auf Kuljic lenken sollen, und zwar weg von dessen eigenen Verfehlungen.

War Taboga "weitgehend Opfer"? Das sah der Verteidiger Tabogas anders: "Seine Angaben waren die Basis für die Anklage." Außerdem sei sein Mandant "weitgehend Opfer der Organisation, in die er eingebunden war." Er forderte daher eine "außerordentlich milde Strafe", am besten eine, die durch die Untersuchungshaft schon abgedeckt ist. "Er hat schon einen hohen Preis bezahlt. Seine Zukunft als Fußballer durch die lebenslange Sperre, beinahe hätte er auch noch seine Familie verloren", so der Anwalt.

Nach den Plädoyers wird der Schöffensenat am Nachmittag sowie am Freitag beraten. Ein Urteil soll am Freitag frühestens um 11 Uhr erfolgen.

"Betrug am zwölften Mann"In ihrem Eröffnungsvortag Anfang August betonte Staatsanwältin Kathrin Heidinger, dass die Manipulationen bei den Fußballspielen ein "Betrug am zwölften Mann waren, denn die Zuschauer wollen ein spannendes Spiel und nicht Theater vorgesetzt bekommen." Sie schilderte, dass bei 18 Matches zwischen 2004 und 2013 zumindest versucht wurde, das Ergebnis zu beeinflussen.

Der Wettbetrug lief immer gleich ab: Vor dem Spiel war der Ausgang vereinbart worden, teilweise sogar mit genauen Ergebnissen oder Tordifferenzen, erklärte die Anklägerin. Dann wurden Wetten platziert, und zwar vorwiegend bei asiatischen Wettanbietern. "Die Spieler mussten dann die Ergebnisse so unauffällig wie möglich herbeiführen", so Heidinger. Manchmal seien in beiden Mannschaften bestochene Spieler gewesen, um das Ergebnis leichter herbeiführen zu können.

Im Raum stehen noch Drohungen und Nötigungen, mit denen die Spieler veranlasst werden sollten, beim Betrug immer weiter mitzumachen. Taboga soll schließlich Angst - auch um seine Familie - bekommen haben und packte vor der Polizei schließlich aus.

Kuljic will kein Geld bekommen habenEx-Grödig-Kapitän Dominique Taboga, dessen Enthüllungen den Wettskandal ins Rollen brachten, bekannte sich von Prozessbeginn an schuldig. Sein Verteidiger betonte, dass sich die Anklage "fast durchgehend" auf die Angaben seine Mandanten stütze.

Am vierten Prozesstag (13. August) stand der Ex-Bundesliga- und -ÖFB-Team-Spieler Kuljic im Mittelpunkt der Befragungen. Der 37-Jährige soll laut Anklage an der Manipulation von zehn Matches beteiligt gewesen sein, teilweise als Spieler, teilweise soll er nur Abläufe organisiert haben. Angeklagt ist in seinem Fall auch Erpressung und Nötigung.

Spannend wurde es, als Kuljic nach stundenlanger Befragung, bei der penibel die einzelnen Spiele besprochen wurde, plötzlich angab, er habe nie Geld für seine Mitwirkung bekommen. Zunächst hatte er nämlich erklärt, mit 5000 Euro entlohnt worden zu sein. "Warum haben Sie denn an den Manipulationen teilgenommen?", fragte die Richterin. "Weil ich helfen wollte", so der Angeklagte.

Zündel fühlt sich nicht schuldigEx-Kicker Thomas Zündel sitzt ebenfalls auf der Anklagebank. Ihm wird vorgeworfen, an der versuchten Manipulation eines einzigen Spieles im Frühjahr 2013 beteiligt gewesen zu sein. Der 27-Jährige fühlte sich nicht schuldig. Er war zu diesem Zeitpunkt beim SV Grödig unter Vertrag.

Zündel schilderte, wie Taboga ihn wegen einer Absprache kontaktierte. "Er hat gefragt, ob ich an Spielmanipulation interessiert sei, und ich war interessiert", erzählte der Beschuldigte freimütig. Taboga habe ihm gesagt, für ein Spiel "wären 10.000 Euro drin". Taboga habe ihn schließlich zu einem Treffen mit zwei weiteren Angeklagten mitgenommen, dort sei über eine konkrete Manipulation und über das Geld gesprochen worden. Tatsächlich mitmachen wollte er aber nie, versicherte Zündel mehrmals.

Grödig-Manager Christian Haas zeigte sich von seinen ehemaligen Spielern schwer enttäuscht. Für Haas war Zündels Aktion ein "Vertrauensbruch", weshalb er ihn und Taboga kündigte. Andere Mitangeklagte bekannten sich teilweise schuldig.

(Bild: Angeklagt: Die Ex-Grödig-Kicker Taboga (l.) und Zündel. Bild: SN/APA/EPA/HANS PUNZ)

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Windows 10: Alle zurück an den Start

Do, 02/10/2014 - 11:54

(Von Ralf Hillebrand.) Für Büroangestellte sind es jene Tage, in denen man seine Kaffeepause getrost auf mehrere Stunden verlängern kann. Die hausinterne EDV stellt auf ein neues Betriebssystem um. Arbeiten ist in dieser Zeit kaum möglich.

Bei vielen Salzburger Firmen fand dieser große Wurf erst vor Kurzem statt. Da Microsoft im April die Betreuung seines Betriebssystems Windows XP eingestellt hat, musste man umsatteln. Eine Umrüstung auf Windows 8, das neueste Betriebssystem, machte Sinn. Seit der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist dies jedoch schon wieder Schnee von gestern: Microsoft hob sein neuestes Baby aus der Taufe, Windows 10. War also die Umrüstung in den Büros dieser Welt voreilig? Oder anders: Steht schon wieder eine extralange Kaffeepause an?"Ein ganz normaler Produktzyklus""Es wirkt wohl so, als würde Microsoft seine Kunden nötigen, schon wieder umzusteigen", sagt Markus Lanthaler, IT-Experte aus Graz. "Doch eigentlich ist das ein normaler Produktzyklus." Ende Oktober 2012 kam Windows 8 auf den Markt. Jetzt ein neues Betriebssystem zu veröffentlichen, sei nachvollziehbar. Zumal Windows 8 nicht eingeschlagen hatte: "Windows 8 war mit seinem Kachel-System ohne den Startbutton (den Knopf links unten in der Startleiste, Anm.) wohl zu stark auf Tablets ausgelegt." Eine Umstellung auf Touchscreens sei in Unternehmen mittelfristig nicht zu erwarten: "Eine Umrüstung ist teuer, im Word oder Excel arbeitet man mit der Maus besser. Und Fingerabdrücke muss man auch nicht wegwischen."Was Windows 10 zu bieten hatBei Windows 10 kann der Nutzer nun zwischen einem Kachel-System und dem bekannten Windows-Desktop samt Startmenü wählen. "Das Startmenü wurde deutlich erweitert. Der Nutzer kann es selbst skalieren und die meistgenutzten Websiten werden angezeigt", beschreibt Alexander Linhart, Windows-Verantwortlicher bei Microsoft Österreich. Weitere Neuerungen seien etwa Apps, die wie Programme aufgezogen werden können oder die Möglichkeit, seinen Bildschirm in vier Ansichten zu teilen. Zu den Preisen kann Linhart indes nichts sagen: "Die Präsentation war eine Vorschau für Großkunden. Weitere Details folgen nun Schritt für Schritt." Und zwar bis das neue Windows Mitte kommenden Jahres im Handel erhältlich sein werde.

Aufgrund des guten Dreivierteljahres, das bis zur Einführung von Windows 10 vergehen wird, war es laut IT-Experte Markus Lanthaler nicht voreilig, nach dem Support-Ende für XP auf Windows 8 umzusteigen. So lange hätte keine Firma mit der Umstellung warten können - oder zumindest warten sollen.Wie man sich nach dem Upgrade verhalten sollDoch wie sollen sich die Unternehmen nach der Veröffentlichung von Windows 10 verhalten? Microsoft-Mitarbeiter Linhart rät freilich zur neuen Version: "Es verbindet die Stärken von Windows 7 und 8. Und die Umstellung wird den Nutzern nicht schwer fallen." Markus Lanthaler würde es ruhiger angehen lassen. "Ich würde abwarten, was sich Microsoft für bestehende Kunden einfallen lässt." Laut Medienberichten könnte Windows-8-Nutzern ein kostenloses Upgrade auf Version zehn gewährt werden. Was wie Kundenfreundlichkeit anmutet, folgt wohl einer klaren betriebswirtschaftlichen Überlegung: "Microsoft will auf kurz oder lang all seine Nutzer auf eine Plattform bringen, eben Windows 10." Auch Tablet- oder Smartphone-Kunden sollen auf Microsoft umsteigen. "Wenn ich weiß, dass ich meinen Kalender vom PC bis zum Smartphone synchronisieren kann, könnte das ein Kaufargument für Microsoft-Produkte sein."Ein Neustart zu Lasten der NeunWindows 10 soll eine Art Neustart sein. Deshalb wurde die Neun in der Namensgebung ausgelassen und die "stärkere" Zehn gewählt. Und nach dem Gesetz der Serie könnte der Neustart funktionieren: "Im Regelfall wird jede zweite Windows-Version angenommen", beschreibt Lanthaler. "Da Windows 8 ein Flop war, stehen die Zeichen für Windows 10 also nicht schlecht."

Doch auch all jene Kunden, die nun auf Windows 10 upgraden, werden sich bald wieder mit einer neuen Version beschäftigen müssen, sagt Lanthaler: "Ich gehe davon aus, dass die Produktzyklen noch kleiner werden. Ich rechne mit elementaren Updates im Monatstakt."

(Bild: So sieht das neue Windows aus. Bild: SN/microsoft)

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Wunderkind Nannerl Mozart: Ausstellung in Salzburg

Do, 02/10/2014 - 11:50

(Von Sn, Apa.) Auch als Erwachsene galt Nannerl Mozart als hervorragende Pianistin und war eine gefragte Klavierlehrerin. Der von der Geschichte unterschätzten Schwester des Meisters ist jetzt eine Sonderausstellung im Museum "Mozart-Wohnhaus" der Salzburger Stiftung Mozarteum gewidmet.

Die Schau "Maria Anna (Nannerl) Mozart" ist ab Samstag, dem 4. Oktober, zu sehen und zeichnet einige Stationen im Leben von Mozarts Schwester nach. Unter den Exponaten sind zeitgenössische Berichte über die beiden Wunderkinder sowie handschriftliche Notizen, in denen die zwölfjährige Nannerl während der großen Westeuropareise ihre wichtigsten Eindrücke festhielt, historische Kupferstiche aus dem Familienleben oder das berühmte Ölporträt aus 1783. Zudem gibt es ein Aquarell, auf dem ein Maler Nannerl als Sängerin statt als Pianistin dargestellt hat, weil es besser ins Klischee der Zeit passte. Der Großteil der Exponate stammt aus dem Bestand der Stiftung Mozarteum.Als Pianistin allen Herausforderungen gewachsenAuf der großen Westeuropareise (bis 1766) galt die 15-jährige Nannerl als Profi und spielte besser als der zehnjährige Bruder. "Als Pianistin war sie allen technischen Herausforderungen gewachsen", sagte Ulrich Leisinger, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Mozarteum. "Sie hatte sogar das außerordentlich schwierige Konzert in d-Moll KV 466 im Repertoire und bewährte sich damit in den großbürgerlichen und adeligen Salons der Stadt", erläuterte Leisinger und wies darauf hin, dass eine Musiker-Karriere im fürsterzbischöflichen Salzburg dieser Zeit schlichtweg ausgeschlossen war. "Aber sogar Mozart selbst schätzte seine Schwester als Musikerin sehr und versuchte, sie als Virtuosin nach Wien zu holen, was aus verschiedenen Gründen misslang."

Maria Anna, genannt "Nannerl" Mozart, die sich auch im Bereich Komposition und Generalbass versuchte, war mit dem Richter und Rechtspfleger Berchtold zu Sonnenburg aus St. Gilgen verheiratet und starb vor genau 185 Jahren in Salzburg. Die bis Ende des Jahres geöffnete Ausstellung "Maria Anna (Nannerl) Mozart" im Mozart-Wohnhaus ist täglich von 9 bis 17.30 Uhr zu sehen.

(Bild: Ein Porträt der jungen Nannerl Mozart. Bild: SN/wikipedia)

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